ZRH holt sich mehr Brasilien ins Portfolio

Die Flughafen Zürich AG ist seit 2014 in Brasilien präsent – zum Portfolio gehörten bislang eine Minderheitsbeteiligung an der Betreibergesellschaft des internationalen Flughafens Confins in Belo Horizonte sowie die 100-Prozent-Beteiligung am Flughafen Hercilio Luz in Florianópolis.

Künftig wird es in Brasilien noch mehr Engagement aus Zürich geben: Nach der Unterzeichnung einer dreißigjährigen Konzessionsvereinbarung, die für das zweite Halbjahr 2019 erwartet wird, hält die Flughafen Zürich AG künftig auch 100 Prozent an zwei weiteren Flughäfen, nämlich Vitória und Macaé im Südosten Brasiliens. Damit gehen die Schweizer auch die Verpflichtung ein, in den nächsten Jahren rund 80 Millionen Schweizer Franken in den Ausbau der zwei Flughäfen zu investieren.

Der Aeroporto Eurico de Aguiar Salles in Vitória (VIX) ist mit rund drei Millionen Passagieren der deutlich größere der beiden Flughäfen und verfügt über zwei Start- und Landebahnen mit 1.750 und 2.058 Metern. Avianca, Azul, Gol und LATAM führen hauptsächlich Inlandsflüge durch. Die einzige internationale Linienverbindung führt mit Gol nach Buenos Aires.

Am Aeroporto de Macaé (MAE) mit seiner 1.200 Meter langen Runway gab es seit 2015 keine Linienflüge mehr. Nach Aus- und Umbaumaßnahmen wurde der Flughafen im März 2019 wiedereröffnet – unter anderem wurde ein neues Passagierterminal errichtet und die technische Infrastruktur verbessert. Zuvor wurden rund 200.000 Passagier pro Jahr abgefertigt – künftig gibt es eine Kapazität für bis zu 2,1 Millionen Fluggäste pro Jahr.

Inklusive der beiden neu akquirierten Airports ist die Flughafen Zürich AG derzeit außerhalb der Schweiz an acht Flughäfen in Lateinamerika aktiv. Nebst den vier Standorten in Brasilien und zwei in Chile ist die Flughafenbetreiberin in Bogotá und Curaçao involviert.

Insgesamt wurden Konzessionen für 12 brasilianische Airports versteigert. Sechs davon gingen an die spanische Aena, vier weitere an das brasilianische Konsortium Aeroeste. Insgesamt wurden laut Medienangaben 620 Millionen US-Dollar für die Konzessionen bezahlt.