Winner's Place mit Stefan Tewes

Coffee Fellows-Gründer Stefan Tewes im Talk mit foodservice-Chefredakteur Boris Tomic

Kathrin und Stefan Tewes mit ihrer Marke Coffee Fellows sind die stolzen Gewinner des renommierten Hamburger Foodservice Preises 2019 (Kategorie national). Gestern im Rahmen der feierlichen Foodservice-Gala geehrt, gewährte Gründer Tewes den Gästen des Café Future live heute Mittag einen Blick hinter die Kulissen der Coffeeshop-Formel.

Ohren und Augen auf! für Coffee Fellows-Gründer Dr. Stefan Tewes, hieß es am zweiten Messetag der Internorga um 13 Uhr im Cafe Future live. Am Networking-Hot Spot der Branche (Eingang Ost) sammelten sich Kollegen und Fans von Unternehmer und Marke, um die Gesprächsrunde zwischenfoodservice-Chefredakteur Boris Tomic und Stefan Tewes zu verfolgen.

“Das inhabergeführte Familienunternehmen Coffee Fellows erhält 2019 für erfolgreiche Durchsetzung und kluge Marktgestaltung den Hamburger Foodservice Preis”, verkündete Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbands, in ihrer Laudatio auf die Gewinner des 37. Hamburger Foodservice Preises. 

Am 30. August 1999 öffneten Kathrin und Stefan Tewes die Türen des ersten Coffee Fellows in der Münchner Leopoldstraße. Eine echte Pionierleistung des dynamischen Paars zu einer Zeit, in der Coffeeshops hierzulande ein fast unbekanntes Konzept waren, der internationale Marktführer Starbucks noch keinen Fuß in deutschen Markt gesetzt hatte. Heute ist Coffee Fellows in Deutschland die Marke mit der höchsten Distributionsdichte des Segments. Europaweit existieren heute 244 Coffee Fellows-Betriebe, 220 davon in Deutschland. Die Marke generierte im letzten Jahr 91 Mio. Euro Systemumsatz. 

Heute darf sich der umtriebige Unternehmen nicht “nur” als Schöpfer einer Coffee-Shop-Marke bezeichnen. Zum Imperium zählen mittlerweile auch zwei Coffee-Fellows-Hotels und noch in diesem Jahr soll ein Foodcourt-Projekt in Berlin starten.
Eine beeindruckende Leistung, die angesichts des holprigen Starts nicht unbedingt zu erwarten war, erinnerte sich Tewes. Den notwendigen Start-Kredit verwährte ihm sein ehemaliger Arbeitgeber, die Deutsche Bank. Der schlussendliche Kreditgeber, die Sparkasse, setzte die Bedingung, dass der promovierte Ökonom für ganze zwei Jahre als Unternehmensberater weiterarbeiten sollte. 

25 neue Units 2019

In diesem Jahr wird Coffee Fellows eine Schlagzahl von 25 neuen Units vorlegen, kündigte Tewes an. Etwa 10 davon außerhalb Deutschlands. Wie man hochprofitable Standorte identifiziert, wollte Moderator Boris Tomic wissen. Die ehrliche Antwort des Unternehmens: “Es bleibt auch mit langjähriger Erfahrung absolut schwierig. Klar kann man über Wochen Frequenzen zählen. Doch weiß man dann noch lange nicht, ob die Passanten auch in unseren Store kommen würden. Stattdessen vergleichen wir also potenzielle neue Standorte mit den Werten aus bestehenden Units, deren Lage wir für vergleichbar erachten. Und trotzdem werden wir höchstwahrscheinlich drei der geplanten 25 neuen Units nach einer gewissen Testzeit wieder schließen müssen.”

Schwer zu prognostizieren ist laut Tewes insbesondere die Performance von City-Lagen, während sich Verkehrsstandorte immer mehr als sichere Bank erweisen. Umso wertvoller ist die seit 2014 bestehende Partnerschaft mit Tank & Rast. “Eine Win-win-Situation für beide Partner”, so Tewes. “Alle in Coffee Fellows umgewandelten Kaffeebars machen heute deutlich höhere Umsätze als ihre Vorgänger. Zudem glauben wir, dass unsere Brand die Kraft hat, Autofahrer zur Abfahrt auf die Raststätte zu motivieren.”

“400 bis 450 Coffee Fellows in D machbar”

Von Tomic nach der magischen Zielgröße gefragt, wagte Tewes die Prognose, dass eine Verdopplung der Unit-Zahl durchaus möglich UND angestrebt sei. Dabei könne man sich beispielsweise auch Krankenhaus-Standorte vorstellen. Dafür müsse natürlich das Sortiment entsprechend angepasst werden.

“D-Premiere für neuen To-go-Becher”

Den Schlusspunkt des Talks setzte die erste Präsentation eines neuen, umweltfreundlicheren To-go-Bechers. “Dieser Becher ist unsere Antwort auf das Abfallproblem”, erklärte Tewes. “Wir haben den ersten Becher ohne Plastikbeschichtung auf der Innenseite. Das bedeutet: Kein kompliziertes Trennen der Materialien bei der Entsorgung. Der Becher darf vollständig in den Papiermüll. Innerhalb von 26 Wochen verrottet das Material.” 

Erwartungen an die Leitmesse