Vettel nach Saisonauftakt "weit dahinter", Hamilton "frustriert" und Bottas auf und davon

Die Stimmen, Reaktionen und Analysen zum Großen Preis von Australien im Albert Park von Melbourne – dem 1. Rennen der Saison 2019:

Valtteri Bottas (Mercedes/Sieger des Australien-GP): “Die vergangenen Jahre in der Formel 1, die ganze Arbeit im Winter und zwischen den Ohren, die ich gemacht habe, ist im besten Rennen, das ich je gefahren bin, gemündet. Nach sechs, sieben Runden wurde der Abstand auf Lewis immer größer und da wusste ich, ich kann es packen. Das Auto war super, ich hatte alles unter Kontrolle. (Zur schnellsten Rennrunde): Ich wusste, ich hatte die Pace, so konnte ich am Ende noch einmal angreifen.”

Lewis Hamilton (Mercedes/Platz 2): “Es war ein gutes Wochenende fürs Team, Valtteri ist ein unglaubliches Rennen gefahren und hat absolut verdient gewonnen. Ich habe so ein bisschen die Pace gesucht. Da muss ich noch mal mit dem Team sprechen. Der Start war ein bisschen frustrierend. Der 2. Platz ärgert mich nicht, es war es gutes Wochenende fürs Team. Valtteri hat heute einen guten Job gemacht, ich habe das Rennen am Start verloren. Auf die Leistung aufbauen und sich dann weiterentwickeln, das ist das Ziel. Die Saison ist noch lang.”

Max Verstappen (Red Bull/Platz 3): “Ich musste Sebastian überholen, ist auch nicht immer einfach, aber ich habe es geschafft. Und dann wollte ich Lewis angreifen, aber das ging nicht. Ich glaube, ich war schneller als er, aber auf dieser Strecke kannst du nicht überholen. Ich bin absolut zufrieden, positiver Start in die Saison. Auch ein Dankeschön an Honda.”

Sebastian Vettel (Ferrari/Platz 4): “Probleme hatten wir keins, ich war nicht schnell genug. Ich hatte zum Ende hin  – im letzten Drittel – unheimlich zu kämpfen: kein Grip mit dem Reifen, kein Speed mehr. Ich wusste, dass Leclerc schneller ist. Unter normalen Bedingungen wäre er durch, den Speed hatte er. Wir haben jetzt erst ein Rennen gefahren. Mercedes sehr stark, der Rest weit dahinter.”

Nico Hülkenberg (Renault/Platz 7): “Die Freude über Platz 7 ist begrenzt. Es war ein hartes Stück Arbeit. Meine Reifen waren komplett rasiert. Anfang und Mitte des Rennens hatten wir alles unter Kontrolle, aber am Ende ging nichts mehr, da war ein bisschen Kunst angesagt.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): “Valtteri Bottas ist aus dem Winter bärenstark zurückgekommen. Wir kennen ihn aus den Jugendkategorien, wo er alle dominiert hat, und diesen Valtteri haben wir heute gesehen. Bei den letzten zwei Testtagen in Barcelona haben wir das Auto verstanden und haben die Verbesserungen hier umgesetzt. (Zur Jagd auf die schnellste Rennrunde): Ich habe im Briefing noch gesagt: Wir riskieren nicht einen Sieg oder einen 2. Platz für die schnellste Runde. Aber die haben mich ignoriert, common sense hat sich nicht durchgesetzt, der Rennfahrer hat sich durchgesetzt. Bahrain wird ganz anders, Ferrari ist hier beim Setup in eine falsche Gasse abgebogen. Die Pace in Barcelona war schnell, aber wenn du bei einem Auto in eine falsche Setup-Richtung gehst, dann wird es schwer.”

Robert Kubica (Williams/Platz 17): “Mir hat es Spaß gemacht. Es war nicht das einfachste Wochenende für uns, gestern hatte ich einen Fehler im Setup. Im Qualifying lief es nicht richtig. Heute war ich der einzige, der auf harten Reifen gestartet ist. Ein Red Bull hat mir vorne die rechte Seite abgerissen, ich musste an die Box, auch der Unterboden war hinüber, dann noch einen Rückspiegel verloren nach 3 Runden. Als ich frei fahren konnte, lief es gut. Es war nicht so schlecht, wie es das Ergebnis aussagt.”

Daniel Ricciardo (Renault/ausgeschieden): “Ich habe mir den Start noch einmal angeschaut. Mein Start war nicht zu schlecht, aber ich bin nach innen aufs Gras gekommen. Da gab es eine Senke und das war einfach Pech. Auf anderen Strecken passiert da nichts. Es gab noch ein paar andere Probleme und dann haben wir das Auto aus dem Rennen genommen.”

Helmut Marko (Red-Bull-Motorsportberater): “Wir sind sehr happy. Was uns sehr zuversichtlich macht, ist, dass es den krassen Unterschied im Qualifying nicht mehr gibt. Wir brauchen jetzt mehr Downforce, ich bin aber zuversichtlich, dass wir das in den nächsten fünf Rennen hinbekommen. Ich hoffe, dass diese Überlegenheit von Mercedes nicht mehr da ist, vom Motor sind wir auf Mercedes-Niveau. Wenn es heißer wird wie zum Beispiel in Bahrain, sollten wir noch besser sein. Unser Ziel ist es, in den nächsten Rennen dranzubleiben und unser Ziel ist der WM-Titel.”