„Muss ich halten“ – BVB-Torhüter Bürki nach Patzer selbstkritisch

Roman Bürki hielt seine Analyse zuerst recht allgemein: „Wir haben uns in der ersten Halbzeit schwergetan und zwei unglückliche Gegentore kassiert“, sagte der Torhüter von Borussia Dortmund nach dem hart erkämpften 3:2 (1:2)-Sieg bei Hertha BSC. Aber der Schweizer hatte nicht vor, seinen Anteil an jenen Rückschlägen kleinzureden, im Gegenteil: „Ja, auf jeden Fall“, antwortete er auf die Frage, ob das Tor zum 0:1 der Kategorie Torwartfehler zuzuordnen sei.

Maximilian Mittelstädt hatte aus 20 Metern abgezogen, es war ein wuchtiger Schuss, der durch den nassen Rasen zusätzliche Fahrt bekam. Es war aber auch kein sonderlich platzierter Versuch – alles in allem einer, den ein Bundesliga-Torhüter ohne allzu größere Probleme entschärfen sollte. Doch Bürki ließ den Ball nach vorne klatschen, in jene brandgefährliche Zone zentral vor seinem Tor. Und dort lauerte Salomon Kalou und schob zur Berliner Führung ein. „Ich wollte ihn zwar festhalten, aber irgendwie kam er an meine Nase, vielleicht ist er komisch abgesprungen“, suchte Bürki nach Erklärungen. „Aber da gibt es keine Diskussionen, den muss ich halten.“

Es fiel Bürki nicht allzu schwer, seinen Fehler freimütig einzuräumen. Erstens ist er in dieser Saison bislang ein starker Rückhalt, hat mit tollen Paraden und souveränem Torwartspiel einen gewichtigen Anteil daran, dass der BVB ein ernstzunehmender Titelkandidat ist. „Ich weiß nicht, wie oft Roman uns in dieser Saison schon geholfen hat“, sprang ihm denn auch Kapitän Marco Reus bei. „Das steckt der Junge locker weg.“

Hinzu kam freilich auch, dass der Fehler kein entscheidender war, dank einer deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit und einem Reus-Treffer in der Nachspielzeit holte der BVB drei Punkte, die er im Titelkampf dringend braucht. „Die zweite Halbzeit war eine große Mentalitätsleistung der Mannschaft“, meinte Bürki. Wir hatten mehrere Chancen, das Spiel früher zu entscheiden oder Tore zu schießen.“ Der späte Erfolg, da war sich der Torhüter sicher, könnte für die Köpfe noch einmal ganz wichtig werden. „Als wir mit den Fans gefeiert haben, hat man gesehen, was für einen Schub das geben kann“, meinte der Schweizer. „Es ist super, dass wir so mit einem Erfolgserlebnis und einem guten Gefühl in die Länderspielpause gehen.“