Fanny Smith' Traumsaison vor Krönung in der Schweiz

Fanny Smith ist auf dem Schnee eine Meisterin darin, ihre Konkurrentinnen auf der Zielgeraden noch abzufangen und zu überholen. Selber lässt sie ihren Gegnerinnen im Rennen dagegen nur selten eine Tür offen. Umso erstaunlicher war, als Smith durch die verpatzten Weltcup-Rennen Mitte Februar in Feldberg (7./12.) für einmal ihrer Konkurrenz im Kampf um den Gesamtweltcup die Tür einen Spalt weit öffnete. Besonders, da sie zuvor im Weltcup fast unantastbar gewesen war, in den ersten sechs Rennen nur einmal neben das Podest fuhr und an den Freestyle-WM in Park City mit Silber ebenfalls zu überzeugen wusste.

In Feldberg aber schmolz Smith’ Vorsprung im Gesamtweltcup auf die schwedische Vorjahressiegerin Sandra Näslund von über 150 Punkten auf 13 Pünktchen zusammen. Statt sich davon aber irritieren zu lassen, reagierte Smith, wie sie es in dieser Saison auf Schnee schon oft getan hatte: Smith schlug umgehend zurück. Dank zwei Siegen im russischen Skiresort Sunny Valley schraubte die Schweizerin die Reserve im Weltcup vor dem abschliessenden Wettkampf in Veysonnaz wieder auf komfortable 88 Punkte.

“Es wäre wirklich genial, die Kristallkugel in der Westschweiz zu gewinnen”, sagt Smith vor dem letzten Saisonrennen. Und es wäre verdient, würde die Waadtländerin in diesem Jahr triumphieren. Wer von zehn Rennen sechs gewinnt, hat seine Dominanz deutlich unter Beweis gestellt. Siegt Smith auch beim Heimauftritt, hätte sie gleich viele Weltcup-Siege erreicht wie Näslund im Vorjahr und drei mehr als bei ihrem bislang einzigen Sieg im Gesamtweltcup 2013. Anders als vor sechs Jahren würde Smith heuer die Kristallkugel vor heimischem Publikum entgegen nehmen können, im Kreise von Familie und Freunden.

Sie fühlt sich wohl auf dem Kurs, sagt Smith, auch wenn bis zum Rennen am Sonntag noch einige Details geändert werden dürften. “Es hat grössere Sprünge drin, was mir gut gefällt”, so die 26-Jährige. Neben Smith dürfen mit Sanna Lüdi und Sixtine Cousin zwei weitere Schweizerinnen zum Schlusspunkt einer zufriedenstellenden Saison in Veysonnaz antreten. Die 33-jährige Lüdi bewies mit ihren Podestplätzen in Innichen (3.) und Sunny Valley (2.), dass ohne die vielen Verletzungen, mit denen sie in der Vergangenheit zu kämpfen hatte, durchaus noch immer mit ihr gerechnet werden muss. Die 19-jährige Waadtländerin Cousin fuhr in ihrer ersten vollen Weltcup-Saison sieben Mal in die Top 15.

Gleich acht Schweizer werden im Rennen der Männer am Start stehen. Am meisten darf vom Bündner Alex Fiva erwartet werden. Der 33-Jährige wird den Gesamtweltcup auf einem Podestplatz abschliessen, wenn auch Spitzenreiter Bastien Midol aus Frankreich nicht mehr einzuholen ist. Für Fiva geht es im Gesamtweltcup darum, gegenüber Vorjahressieger Jean-Frédéric Chapuis, einem weiteren Franzosen, ein 15-Punkte-Defizit im Kampf um Rang 2 wettzumachen.

“Es ist sehr schön, die Saison in der Schweiz abschliessen zu können. Je mehr Rennen wir in der Schweiz haben, desto mehr Spass macht es”, sagt Fiva. Die ersten Trainingsfahrten auf dem Kurs in Veysonnaz stimmen Fiva optimistisch. “Der Start liegt mir, aber unten muss ich noch etwas besser werden”, so Fivas erstes Fazit.