Ambri erkämpft Spiel 5, Lugano ist raus

Playoff Spiel 4

16. März 2019 22:53;
Akt: 17.03.2019 00:37

Der EV Zug gewinnt die Serie gegen Lugano durch einen 5:4 Sieg nach 95:33 Minuten. Ambri hingegen vertagt die Entscheidung.

Für den letztjährigen Finalisten Lugano sind die Playoffs bereits zu Ende. Das Team von Trainer Greg Ireland verliert mit 4:5 nach Verlängerung auch das vierte Spiel der Viertelfinalserie gegen Zug. Den Siegtreffer für die Zuger erzielte der Amerikaner Brian Flynn nach 35:33 Minuten der Overtime. In der 86. Minute war EVZ-Stürmer Dominic Lammer noch am Pfosten gescheitert.

Wie beim 5:4 für die Zentralschweizer in Spiel 3 boten die beiden Mannschaften, die in der Qualifikation am meisten Tore geschossen hatten, ein offensives Spektakel. Lugano ging in der regulären Spielzeit wie zwei Tage zuvor in Zug dreimal in Führung. Das 4:3 von Romain Loeffel (53.) hielt nur während 24 Sekunden, dann zeichnete Yannick-Lennart Albrecht für das 4:4 verantwortlich.

In der 5. Minute war den Bianconeri dank Grégory Hofmann, der ab der kommenden Saison für den EVZ spielt, zum ersten Mal in dieser Serie das 1:0 gelungen. Hofmann traf bereits zum 32. Mal in der laufenden Meisterschaft. Das 2:1 von Lugano durch Maxim Lapierre (28.) war gleich eine doppelte Premiere für die Tessiner im Viertelfinal gegen die Zuger, nämlich der erste Powerplay-Treffer und das erste Tor eines Ausländers. In der 48. Minute war dann auch noch der Finne Henrik Haapala zum wichtigen 3:3 erfolgreich. Am Ende war das aber nur eine Randnotiz.

Zu viele Gegentreffer

Zwar war bei den Luganesi von Beginn weg zu spüren, dass sie das Saisonende unbedingt verhindern wollten. Wenn man allerdings dreimal hintereinander fünf Gegentore kassiert, ist ein Ausscheiden nicht verwunderlich. Somit müssen die Tessiner weiter auf den ersten Meistertitel seit 2006 warten. Und für Ireland dürfte es das letzte Spiel als Trainer von Lugano gewesen sein.

Lugano – Zug 4:5 (1:0, 1:3, 2:1, 0:0, 0:1) n.V.

7200 Zuschauer (ausverkauft). – SR Lemelin/Dipietro, Wüst/Progin.–Tore: 5. Hofmann (Haapala) 1:0. 22. Roe (Alatalo, Martschini/Ausschluss Walker) 1:1. 28. Lapierre (Fazzini, Sannitz/Ausschluss Albrecht) 2:1. 34. (33:13) Everberg (Roe, Martschini) 2:2. 35. (34:11) Leuenberger (Albrecht, Zgraggen) 2:3. 48. Haapala 3:3. 53. (52:34) Loeffel (Hofmann) 4:3. 53. (52:58) Albrecht 4:4. 96. (95:33) Flynn (Senteler, Diaz) 4:5.–Strafen: 12mal 2 Minuten gegen Lugano, 13mal 2 plus 10 Minuten (Albrecht) gegen Zug.

Lugano: Merzlikins; Chiesa, Chorney; Wellinger, Loeffel; Ulmer, Vauclair; Ronchetti; Walker, Lajunen, Sannitz; Hofmann, Sannitz, Haapala; Bertaggia, Lapierre, Jörg; Fazzini, Romanenghi, Walker; Reuille.

Zug: Stephan; Alatalo, Thiry; Diaz, Morant; Schlumpf, Zgraggen; Stadler; Everberg, Roe, Simion; Martschini, Flynn, Suri; Lammer, McIntyre, Leuenberger; Albrecht, Senteler, Schnyder.

Bemerkungen: Lugano ohne Cunti und Klasen (beide verletzt). Zug ohne Klingberg (krank). – Pfosten-/Lattenschüsse: 47. Fazzini, 86. Lammer. – 94. Everberg verletzt ausgeschieden.

Ambri verkürzt mit dem ersten Sieg in den Playofs seit 2006 die Viertelfinalserie gegen Biel auf 1:3. Michael Fora erzielte das Powerplay-Siegtor zum 2:1 (54.) mit einem Schuss von der blauen Linie. Ambri beendete mit dem Erfolg über Biel eine Negativserie von sieben Niederlagen in Folge gegen die Seeländer. Alle drei Tore der Partie fielen in Überzahl. Die Leventiner erzielten fünf ihrer bislang acht Treffer in der Serie im Powerplay. Im vierten Spiel benötigte der Nordtessiner Dorfklub nur drei entsprechende Möglichkeiten zu zwei Toren.

Unbändiger Wille

Die Tessiner stemmten sich in Spiel 4 mit wilder Entschlossenheit, kernigen Checks und unbändigem Willen gegen das sofortige Playoff-Ausscheiden und verdienten sich den Erfolg redlich. Die spielerisch limitierten Leventiner überstanden fast alle ihre Unterzahlphasen. Sage und schreibe zwölf von 14 Minuten der Partie im Boxplay konnte der Nordtessiner Dorfklub ohne Gegentor hinter sich bringen.

Nur gerade das erste Powerplay der Seeländer ergab einen Ertrag für die Gäste, als Damien Riat in der 9. Minute das 1:0. In den Unterzahl-Phasen verzeichnete Ambri selbst durch Noele Trisconi und Matt D’Agostini zwei erstklassige Möglichkeiten. Als die Schiedsrichter sieben Minuten vor Spielende den Gastgebern deren erst drittes Powerplay der Partie zugestanden, brandete Jubel von den vollbesetzten Rängen. Und tatsächlich brauchte das beste Powerplay-Team der Qualifikation gerade mal 19 Sekunden für das entscheidende 2:1 durch Fora. Der Nationalverteidiger hatte davor schon einmal die Latte getroffen.

Ambri spielbestimmend

Ambri war im Mitteldrittel bis über die Spielmitte hinaus trotzdem das spielbestimmende Team, wobei die Leventiner einmal bei vier gegen vier wie in einem Powerplay dominierten. Beim einzigen Konter der Seeländer in dieser Phase traf Damien Riat allerdings den Pfosten. Und im kurz darauf folgenden Überzahlspiel von Biel bewahrt Ambris Goalie Benjamin Conz mit einer Glanzparade gegen Riat sein Team vor einem 1:2-Rückstand.

Ambri-Piotta – Biel 2:1 (1:1, 0:0, 1:0)

6500 Zuschauer (ausverkauft). – SR Stricker/Kaukokari, Kaderli/Gnemmi. – Tore: 9. Riat (Fuchs, Brunner/Ausschluss Kubalik) 0:1. 17. Zwerger (Kubalik, Hofer/Ausschluss Künzle) 1:1. 54. Fora (Kubalik, Zwerger/Ausschluss Neuenschwander) 2:1.–Strafen: 10mal 2 plus 10 Minuten (Mazzolini) gegen Ambri-Piotta, 5mal 2 Minuten gegen Biel.

Ambri-Piotta: Conz; Fora, Dotti; Plastino, Ngoy; Fischer, Guerra; Jelovac; D’Agostini, Novotny, Hofer; Zwerger, Müller, Kubalik; Trisconi, Kostner, Bianchi; Incir, Goi, Lauper; Mazzolini.

Biel: Hiller; Kreis, Salmela; Fey, Forster; Moser, Maurer; Sataric; Riat, Diem, Künzle; Pedretti, Kärki, Rajala; Brunner, Fuchs, Earl; Schmutz, Neuenschwander, Hügli; Tschantré.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Lerg und Pinana (beide verletzt), Biel ohne Paupe (verletzt) und Pouliot (krank). – Pfosten: 34. Riat. – Latte: 52. Fora. – 58:45 Timeout Biel, anschliessend ohne Torhüter.

Lausanne benötigt noch einen Sieg für den erstmaligen Halbfinal-Einzug in der National League (zuvor NLA). Die Waadtländer gewinnen bei den SCL Tigers 2:1 und liegen in der Best-of-7-Serie 3:1 vorne. Das 0:2 nach 40 Minuten war aus Sicht der Tigers mehr als bitter. Beim ersten Lausanner Treffer durch Benjamin Antonietti (33.) lenkte der Langnauer Verteidiger Samuel Erni den harmlosen Schuss unglücklich ins eigene Gehäuse. Dem 2:0 von Joël Vermin 40 Sekunden vor der zweiten Pause ging ein Handpass von Dustin Jeffrey voraus. Die Schiedsrichter gaben das Tor nach Konsultation des Videos. Vermin erzielte seinen vierten Treffer in dieser Serie.

Auch im letzten Drittel gelang es den Tigers lange nicht, dass Bollwerk der Gäste zu knacken, ehe sie in der 58. Minute doch noch jubeln konnten – Chris DiDomenico war aus extrem spitzem Winkel erfolgreich. In der Folge drückte das Heimteam mächtig auf den Ausgleich, der LHC rettete aber den dritten Sieg in Serie über die Zeit.

Starker Goalie

Die Langnauer wurden für einen guten Auftritt nicht belohnt. Als Matchwinner von Lausanne ist Sandro Zurkirchen (31 Paraden) zu bezeichnen. Somit warten die Tigers weiter auf den ersten Heimsieg in den Playoffs der höchsten Schweizer Liga – bei der bisher einzigen Teilnahme 2011 unterlagen sie dem SC Bern mit 0:4 Siegen.

SCL Tigers – Lausanne 1:2 (0:0, 0:2, 1:0)

6000 Zuschauer (ausverkauft). – SR Hebeisen/Salonen, Castelli/Fuchs.–Tore: 33. Antonietti 0:1 (Eigentor Erni). 40. (39:20) Vermin (Jeffrey) 0:2. 58. DiDomenico 1:2.–Strafen: 3mal 2 Minuten plus Spieldauer (DiDomenico) gegen die SCL Tigers, 4mal 2 Minuten gegen Lausanne.

SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Elo, Gagnon, Dostoinow; DiDomenico, Pascal Berger, Pesonen; Kuonen, Diem, Neukom; Rüegsegger, Randegger, Nils Berger.

Lausanne: Zurkirchen; Junland, Genazzi; Trutmann, Grossmann; Lindbohm, Frick; Nodari; Moy, Emmerton, Leone; Bertschy, Jeffrey, Vermin; Zangger, Froidevaux, Kenins; Antonietti, In-Albon, Herren.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Giliati (überzähliger Ausländer), Blaser, Johansson, Gustafsson und Punnenovs. Lausanne ohne Borlat, Mitchell und Partanen (alle verletzt). – 13. Pfostenschuss DiDomenico.

Der Genève-Servette Hockey Club verspielt seine vielversprechende Ausgangslage in der Serie gegen Bern bereits wieder. Servette verliert in der ausverkauften Les-Vernets-Halle 1:2.Damit steht es in dieser Serie 2:2.

In den letzten beiden Partien verspielte der Schlittschuhclub Bern gegen Servette im dritten Abschnitt jeweils eine 2:0-Führung. Ein drittes Mal liessen sich die Berner nicht mehr düpieren. Aber ganz rund lief aus Berner Sicht der Finish trotzdem nicht. Sechs Minuten vor Schluss gelang Kevin Romy in Überzahl der Anschlusstreffer. Danach kamen die Servettiens aber zu keinem Torschuss auf Leonardo Genoni (23 Paraden) mehr.

Skurrile Strafe

Hinten raus ging ein Schachzug von Chris McSorley, der den Stock des Berners Beat Gerber ausmessen liess, in der Hoffnung in den Schlussminuten nochmals Powerplay spielen zu können. Die Stockmasse waren indes regulär, so dass stattdessen ein Genfer Akteur auf die Strafbank musste. Danach stand der SCB dem 3:1 mehrmals näher als Servette dem Ausgleich.

Letztlich entschied aber nicht McSorleys Spielerei die Partie. Die Vorentscheidung fiel in den ersten 30 Minuten. Servette dominierte die ersten 20 Minuten (13:5 Schüsse), kam schon nach drei Minuten durch Arnaud Riat zur grössten Chance des ersten Abschnitts und erdrückte Bern in den letzten 90 Sekunden vor der ersten Pause beinahe. Das Führungstor gelang Servette indessen nicht. Und nach der ersten Pause erwachte Bern. Fortan diktierten die Berner das Spiel. Und Bern agierte effizienter als Servette.

Bern mit besserer Kondition

Daniele Grassi aus der vierten Sturmlinie brachte Bern nach 28 Minuten mit einem perfekten Ablenker in Führung. Grassi traf nach 14 Partien erstmals wieder. Sieben Minuten später erhöhte Simon Moser auf 2:0, nachdem Genfs Goran Bezina in der Vorwärtsbewegung den Puck verloren hatte.

Kräftemässig verdaute Bern das über 90-minütige Spiel vom Donnerstag besser als Servette. Henrik Tömmernes, der am Donnerstag über 40 Minuten auf dem Eis gestanden war, schied in Spiel 4 mit einer Adduktorenverletzung aus.

Genève-Servette – Bern 1:2 (0:0, 0:2, 1:0)

7135 Zuschauer (ausverkauft). – SR Tscherrig/Wiegand, Kovacs/Obwegeser.–Tore: 29. Grassi (Almquist) 0:1. 36. Moser (Ruefenacht) 0:2. 55. Romy (Kast) 1:2.–Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 4mal 2 Minuten gegen Bern. .

Genève-Servette: Mayer; Jacquemet, Tömmernes; Mercier, Fransson, Völlmin, Bezina; Antonietti; Skille, Richard, Winnik; Riat, Kast, Rod, Fritsche, Berthon, Bozon; Simek, Romy, Rubin; Maillard.

Bern: Genoni; Burren, Almquist, Krueger, Blum; Andersson, Gerber; Untersander, Marti; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Boychuk, Ebbett, Bieber; Sciaroni, Haas, Scherwey, Grassi, Heim, Brügger.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Almond, Bouma, Douay, Vukovic, Wick (alle verletzt), Wingels (gesperrt) und Martinsson (überzähliger Ausländer), Bern ohne Kamerzin, Kämpf, Mursak (alle verletzt) und Berger (gesperrt). Tömmernes verletzt ausgeschieden (41.).

Eishockey

(tbe/sda)