Das Geschäft floriert weniger als erwartet

Auf der ganzen Welt wird am 14. Februar die Liebe gefeiert. Die Werbung kündigt den Valentinstag schon lange im Voraus an. Es existiert die weit verbreitete Meinung, das hinter diesem Tag eine Verkaufstaktik der Floristen steckt. «Am Valentinstag verdient ihr euch doch eine goldene Nase. Den Rest des Jahres könntet ihr eigentlich schliessen.»: Solche Aussagen kriegt Susanne Piller, Geschäftsleiterin von Blumen & Mehr in Rüschlikon, oft zu hören.

Diese Annahme gibt es nicht ohne Grund. Am Valentinstag schiessen die Blumenpreise in die Höhe. Konsumenten könnten das als Abzockerei werten. Markus Raschle, Geschäftsleiter des Raschle Gartencenter in Wädenswil, bestreitet das: «Wir machen am Valentinstag nicht unser Geschäft des Jahres» Sein Umsatz sei zwar vier bis fünf mal grösser, aber das lasse sich nicht auf den Gewinn übertragen. Susanne Piller bestätigt: «Da auf der ganzen Welt Valentinstag ist, steigt die Nachfrage nach Blumen. Folglich sind für uns die Einkaufspreise höher. Wir verzeichnen deshalb kaum einen höheren Gewinn als an einem normalen Tag.»

«Da auf der ganzen Welt Valentinstag ist, steigt die Nachfrage nach Blumen. Folglich sind für uns die Einkaufspreise höher.»Susanne Piller, Geschäftsleiterin von Blumen & Mehr in Rüschlikon

Das trifft vor allem auf die lokalen Fachgeschäfte zu. Wegen der höheren Einkaufskosten können sie preislich nicht mit den Grossverteilern mithalten. Ausserdem kommen noch weitere Herausforderungen auf sie zu. «So viel Freude das Vorbereiten macht, so stressig ist es auch. Wir fertigen fünf mal mehr Blumengeschenke als sonst von Hand an», sagt Markus Raschle. Nadine Muff, Floristin beim Blumenladen van Oordt in Stäfa, stimmt zu: «Der Valentinstag ist immer schön und erfolgreich, aber auch sehr anstrengend.»

Heimliche Verehrer

Seiner Geliebten einen Liebesbeweis ohne Absender zukommen zu lassen, ist ein Brach des Valentinstags. So geben auch heute viele Verliebte anonyme Blumensträusse in Auftrag. Es ist für die Empfängerinnen aber nicht immer eindeutig, wer der heimliche Verehrer ist. «Wir kriegen dann Anrufe der Beschenkten. Sie wollen wissen, wer ihnen die Blumen geschickt hat», erzählt Markus Raschle, «Diese Auskunft geben wir ihnen aber natürlich nicht. Wir wollen ja niemandem den Spass verderben.»

Traditionellerweise ist der Gang in den Blumenladen Männersache. Susanne Piller sagt: «Es kommen zwar jedes Jahr mehr Frauen, aber 90 Prozent der Kundschaft ist immer noch männlich». Ein Wandel lässt sich hingegen in der Blumenwahl erkennen «Vor 20 Jahren kam etwas anders als rote Rosen nicht in Frage», sagt Markus Raschle, «Zwar verkaufen wir am Valentinstag circa 300 rote Rosen, jedoch sind auch vermehrt Blumengeschenke gefragt, die auf den Geschmack der Empfängerin abgestimmt sind.» Beliebt sind unter anderem gemischte Farben, Blumen-Gestecken und oft auch kleinen Geschenke. (Zürcher Regionalzeitungen)