Riesige Skulpturen: Schirn präsentiert Bruno Gironcoli

Frankfurt/Main (dpa/lhe) – Für raumsprengende Skulpturen in der Form von menschlichen Maschinen ist Bruno Gironcoli (1936-2010) in seinem Heimatland Österreich bekannt geworden. Jetzt führt die Frankfurter Schirn den Künstler in Deutschland mit einer Ausstellung ein. Die um die Jahrtausendwende entstandenen sechs «Prototypen» des Bildhauers sind vom 14. Februar bis 12. Mai in der Kunsthalle zu sehen.

Gironcolis monumentale Arbeiten scheinen einer surrealen Traumwelt zu entspringen. In einem Objekt lässt er Säuglinge aufmarschieren, ein anderes Objekt hat eine ameisenartige Form. In seinen maschinenartigen Wesen verarbeitet er zugleich Versatzstücke aus dem Alltag wie ein Weinfass oder Reben – es gibt auch oft sexuelle Bezüge. Die Skulpturen bestehen meist aus Holz-Eisen-Konstruktionen. Die Stangen und Rohre hat er dann in Gold, Silber und Bronze angestrichen.

Gironcoli, der in jungen Jahren sich stark an dem Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti orientiert hatte, leitete von 1977 bis 2004 die Bildhauerschule der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seine Arbeit als Professor verschaffte ihm die großzügigen Ateliers, die er für seine Skulpturen brauchte. Bei den «Prototypen» handelt es sich um Spätwerke.

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