Vatikan empfängt Delegation aus Venezuela

Der Vatikan habe erneut seine große Sorge für Venezuela bekundet und auf eine „gerechte und friedliche Lösung” gedrängt, um die Krise „im Respekt der Menschenrechte” zu lösen und „Blutvergießen zu vermeiden”, heißt es in der Mitteilung aus dem Pressesaal. Papst Franziskus und der Heilige Stuhl seien dem venezolanischen Volk nahe, vor allem den Leidenden.

Eine Zeitlang war eine mögliche Vermittlung des Heiligen Stuhles im Venezuela-Konflikt im Raum gestanden. Dafür müssten sich aber beide Seiten bewegen, erklärte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin jüngst im Sinn von Papst Franziskus bei einem Interview mit dem italienischen katholischen Sender TV2000. „Die Parteien dort müssen sich bewegen, bevor sich der Heilige Stuhl entscheidet, Teil des Dialogs zu werden”, sagte der zweite Mann im Vatikan, der selbst einige Jahre als Nuntius in Caracas zugebracht hatte.

Papst kann sich grundsätzlich Vermittlung in Venezuela vorstellen

Der Heilige Stuhl will vorerst auch den Parlamentspräsidenten Juan Guaido als Interimspräsidenten nicht anerkennen, um eine mögliche Vermittlungsposition nicht zu gefährden, sagte Parolin, der von einer „positiven Neutralität“ sprach.

Wie Franziskus vergangene Woche auf dem Rückflug von Abu Dhabi bestätigte, ist der Heilige Stuhl grundsätzlich zu einer Schlichtung bei dem Konflikt in Venezuela bereit. Dazu müssten aber beide Seiten „guten Willen” zeigen. Das italienische Internetportal „Il Sismografo“ hatte am Wochenende berichtet, im Vatikan werde am Montag eine Delegation von Juan Guaido erwartet.

(vatican news – gs)