St.Galler Kantischüler im Klimastreik: Wer weiter demonstriert, bekommt Probleme

(pd/dwa) Am 21. Dezember und am 11. Januar fanden in der ganzen Schweiz Schülerstreiks statt. Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule am Burggraben St.Gallen haben sich an beiden Daten am Streik beteiligt. Dem Demoaufruf des Organisationskomitees «Klimastreik Ostschweiz» folgten am letzten Freitag zudem auch Schülerinnen und Schüler aus den Kantonsschulen Wil und Wattwil sowie anderen Schulen. Ihr Anliegen: Sie wollten gegen die Klimaerwärmung demonstrieren.

Die Schulen tolerierten eine einmalige Absenz für eine Teilnahme an der Aktion; diese musste jedoch belegt werden. Wer zum zweiten Mal teilnahm, musste ein Gesuch mit Unterschrift der Eltern einreichen. Ausserdem wurde eine persönliche, schriftliche Stellungnahme verlangt. Das Bildungsdepartement unterstützte diese Handhabung durch die Schulleitungen – und verschärft die Praxis nun im Hinblick auf weitere Klimastreiks, wie es in einem Communiqué der Staatskanzlei heisst.

«Das Bildungsdepartement und die Kantonale Rektorenkonferenz der Mittelschulen haben Verständnis für die Sorge junger Menschen um ihre Zukunft. Sie finden das politische und gesellschaftliche Engagement von Schülerinnen und Schüler richtig und wichtig», schreibt die Staatskanzlei in ihrer Mitteilung. Darum wird Tina Cassidy, Leiterin Amt für Mittelschulen, mit den Initiantinnen und Initianten der Aktion Kontakt aufnehmen und sich deren Anliegen erläutern lassen. Weiter heisst es in der Mitteilung:

«Allerdings geht eine wiederholte Streikteilnahme während des Unterrichtes zu Lasten der Ausbildung und des geordneten Schulbetriebs. Dies können das Bildungsdepartement und die Kantonale Rektorenkonferenz nicht tolerieren.»

Grundsätzlich gilt für Schülerinnen und Schüler Präsenzpflicht, wie die Staatskanzlei betont. Die Teilnahme an weiteren Klimastreiks hat darum künftig eine unentschuldigte Absenz zur Folge, falls das Fehlen im Unterricht nicht durch ein bereits bewilligtes Gesuch belegt werden kann. Auch in anderen Kantonen, so beispielsweise in Basel-Stadt und Zürich, hat die Streikteilnahme eine unentschuldigte Absenz zu Folge, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Mittelschulen geben dem Thema Nachhaltigkeit/Klimaschutz in verschiedenen Fächern und Gefässen einen gebührenden Platz, wie das Bildungsdepartement in Erinnerung ruft. «Mit verschiedenen konkreten Massnahmen (Verzicht auf Flugreisen bei Bildungsreisen oder in besonderen Unterrichtswochen, gebäudetechnische Massnahmen und so weiter) gehen sie mit gutem Beispiel voran.»