Kramp-Karrenbauer weist US-Drohung gegen Nord-Stream-2-Firmen zurück

POTSDAM (Dow Jones)–Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer kritisiert die jüngst ausgesprochen Sanktionsdrohungen durch den US-Botschafter in Deutschland gegenüber den am Pipeline-Projekt Nord Stream 2 beteiligten deutschen Unternehmen.

“Dass der amerikanische Botschafter in einer ich sage mal eher ungewöhnlichen diplomatischen Art und Weise hier auftritt, das hat er jetzt nicht nur mit diesem Brief bewiesen, sondern schon bei seinem Amtsantritt”, sagte Kramp-Karrenbauer nach einer zweitägigen Klausurtagung ihrer Partei.

“Insofern, glaube ich, haben die betroffenen Unternehmen, die deutsche Wirtschaft die richtige Antwort darauf schon gegeben, dass sie sich da nicht drohen lassen” und dass sie sich diese Einmischung auch verbäten. “Ich glaube, dem brauchen wir nicht mehr hinzuzufügen.”

US-Botschafter Richard Grenell hat laut Bild am Sonntag Briefe an mehrere deutsche Unternehmen geschrieben, die diese als Erpressung werteten.

Washington hat wiederholt scharfe Kritik and der Gasröhre geübt, die Russland über die Ostsee mit Deutschland verbinden soll.

Sie folgt der bereits bestehenden Leitung Nord Stream 1. Die Amerikaner wollen den Europäern eigenes Flüssiggas verkaufen und die russische Konkurrenz schwächen. In Osteuropa stößt das Projekt aus Furcht vor russischer Dominanz auf Ablehnung. Trotz des enormen politischen Drucks gegen den Bau kommt die Verlegung der Röhre in der Ostsee zügig voran. Schon kommendes Jahr könnte Nord Stream 2 den Betrieb vollständig aufnehmen. An der Finanzierung sind auch die beiden deutschen Unternehmen Uniper und die BASF-Tochter Wintershall beteiligt.

(Mitarbeit: Christian Grimm)

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January 14, 2019 09:04 ET (14:04 GMT)

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