Belinda Bencic glückt der Auftakt zum Australian Open: «Ich habe gelernt

(sda) Es war heiss, es war windig und die Gegnerin bekannt als grosse Kämpferin: Belinda Bencic (WTA 49) trotzte jedoch allen Widerständen und setzte sich in der ersten Runde des Australian Open gegen die 15 Plätze vor ihr klassierte Tschechin Katerina Siniakova 6:4, 2:6, 6:3 durch. «Es war genau der Kampf, den ich erwartet hatte», sagt die 21-jährige Bencic. Sie wusste, dass sie keine Glanzleistung abgeliefert hatte, doch sie habe «gelernt, hässlich zu gewinnen».

Bencic bezog sich dabei nicht in erster Linie auf das berühmte Buch «Winning Ugly» des langjährigen amerikanischen Profis und Coaches Brad Gilbert. Dieses habe sie als Zwölfjährige zwar tatsächlich einmal gelesen, doch es gehe in erster Linie darum, wirklich alles für den Sieg zu tun. Das gelang ihr bereits in den Windböen von Hobart, wo sie vergangene Woche die Halbfinals erreicht hatte, vorzüglich. Die ehemalige Weltnummer sieben hat nach von Verletzungsproblemen geprägten Jahren zu grosser mentaler Stärke zurückgefunden.

Dazu gehört auch, dass sich Bencic von den 34 Grad des australischen Nachmittags nicht im mindesten beeindrucken liess. «Es war nicht so schlimm. Es hatte ein wenig Wind, und bald lag der Platz auch im Schatten», sagt die Ostschweizerin. Diese Aussage ist ein Zeichen der Stärke, im Kopf und physisch.

Dabei war sie vor dem Auftakt ins Australian Open enorm nervös gewesen. Vor einem Jahr hatte sie in der ersten Runde in der grossen Rod Laver Arena gespielt und die Vorjahresfinalistin Venus Williams bezwungen. Nun trat sie auf einem der «Dschungelplätze» – wie Bencic sie nennt – an. Dafür kam vergangenes Jahr nach dem Überraschungssieg der Einbruch in der zweiten Runde. Nun soll es umgekehrt sein. «Die grosse Anspannung ist weg», so Bencic.

Tatsächlich verfügt sie auch diesmal über beste Chancen, im Melbourne Park zum zweiten Mal nach 2016 (Achtelfinal) die dritte Runde zu erreichen. Gegnerin ist am Mittwoch in der zweiten Runde die Kasachin Julia Putinzewa, als Nummer 39 nur zehn Plätze vor Bencic in der Weltrangliste klassiert. «Sie ist klein, auch ein Läuferin. Es wird wieder lange Ballwechsel geben», sagt Bencic. Doch darauf ist sie nun vorbereitet.