Der italienische Ex-Terrorist Cesare Battisti in Bolivien verhaftet

Nach einer wochenlangen Suche hat eine Spezialeinheit von Interpol den in Italien gesuchten Linksterroristen Cesare Battisti am Samstag in Santa Cruz verhaftet. An den Ermittlungen waren bolivianische, brasilianische und italienische Agenten beteiligt. Laut Italiens Ministerpräsident, Giuseppe Conte, ist bereits eine Regierungsmaschine mit Vertretern des Auslandgeheimdienstes und der Polizei unterwegs nach Bolivien und soll dort am Sonntagabend europäischer Zeit landen.

Erst müssten die nötigen rechtlichen Prozeduren geklärt werden und es sei noch unklar, ob Battisti direkt an Italien ausgeliefert oder erst nach Brasilien zurückgeschafft werde, erklärte der Regierungschef. Quellen aus dem Innenministerium schlossen jedoch nicht aus, dass der gesuchte Ex-Terrorist noch am Sonntag oder am Montag in seine Heimat geflogen werden könnte.

Der 63-Jährige ist der letzte flüchtige Terrorist aus den sogenannten bleiernen Jahren. Zwischen Ende der sechziger und Anfang der achtziger Jahre waren in Italien bei politischen Morden und Anschlägen von linken und rechten Terrorgruppen über 400 Personen ums Leben gekommen. Battisti war als Mitglied der Proletari Armati per il Comunismo an Raubüberfällen auf Banken und Supermärkte beteiligt und zudem für vier Morde verantwortlich.

Er wurde zu zweimal «lebenslänglich» verurteilt. 1981 gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis. Er tauchte erst in Frankreich, dann in Mexiko und später erneut in Frankreich unter, wo linke Extremisten aus Italien unter Präsident Mitterrand Schutz genossen. Als Paris unter Chirac 2004 seine Auslieferung beschloss, flüchtete Battisti nach Brasilien.

Unter Präsident Lula da Silva wurde er dort 2009 gar als politischer Flüchtling anerkannt. Er lebte ein unbeschwertes Leben in einem am Meer gelegenen Städtchen südlich von São Paulo und schrieb Kriminalromane. Der neugewählte Präsident Jair Bolsonaro versprach Rom Ende letzten Jahres jedoch die Auslieferung von Battisti. Der rechte ehemalige Militär und Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini überschütteten sich gegenseitig mit Komplimenten und versprachen Härte gegenüber Kriminellen wie Battisti.

Der Italiener verschwand zwar ein letztes Mal von der Bildfläche. Doch weit schaffte er es diesmal nicht, war seine Verhaftung nun doch auch für Brasilien zu einer Frage der Ehre geworden. Der Sohn von Bolsonaro schrieb am Wochenende in einer an Salvini gerichteten Nachricht auf Twitter: «Brasilien ist kein Land mehr für Banditen. Ein kleines Geschenk ist unterwegs.» Salvini antwortete darauf, das schöne Leben des Terroristen, der von der Linken weltweit gehätschelt worden sei, sei endlich vorbei. Er danke Bolsonaro dafür von ganzem Herzen.