Der ehemalige KZ-Wärter Jakiw Palij ist tot

Jakiw Palij, der frühere Wärter in einem polnischen Konzentrationslager der SS, ist tot. Er starb laut deutschen Medienberichten im Alter von 95 Jahren in einem Altenheim im nordrhein-westfälischen Ahlen.

Palij war im vergangenen August von den USA nach Deutschland abgeschoben worden. Der SS-Helfer galt bis zu seiner Ausschaffung als «der letzte Nazi-Verbrecher in den USA», teilte das amerikanische Justizministerium mit. Bereits 2004 hatte die amerikanische Justiz die Ausweisung Palijs angeordnet, sowohl die deutsche als auch die polnische sowie die ukrainische Regierung weigerten sich jedoch bis 2018, ihn aufzunehmen. Palijs Geburtsort Piadyki gehörte zu Ostpolen und liegt heute in der Ukraine.

Die Staatsanwaltschaft Würzburg hatte 2015 in Palijs Abwesenheit ein Verfahren gegen ihn eröffnet, aus Mangel an Beweisen jedoch schon ein Jahr später eingestellt. Nach seiner Einreise in Deutschland hatte unter anderem der Zentralrat der Juden in Deutschland gefordert, diese Entscheidung zu korrigieren. Das lehnte die Staatsanwaltschaft im vergangenen Herbst ab.

Die Schutzstaffel (SS) der deutschen Nationalsozialisten war in der Weimarer Republik und während des Zweiten Weltkriegs ein gewalttätiges Instrument in der Hand Adolf Hitlers. Die Truppe betrieb unter anderem die Konzentrations- und Vernichtungslager der deutschen Wehrmacht. Sie wurde 1945 als verbrecherische Organisation verboten.