Zu Gast bei Nicht-Freunden

Am Samstagnachmittag steigt der Bundesliga-Knüller Schalke gegen Dortmund. Für BVB-Coach Lucien Favre ist es das erste Revierderby.

Geografisch trennen die Bundesligavereine Schalke und Dortmund 20 Minuten mit dem Bus. Tabellarisch sind es 19 Punkte. Deshalb sprechen die Vorzeichen für das 153. Revierderby eine klare Sprache.

Schalke legte einen der schlechtesten Meisterschaftsstarts der Vereinsgeschichte hin. Fünf Niederlagen in Serie standen am Anfang zu Buche. Erst kürzlich haben sich die Königsblauen gefangen. Auf der anderen Seite befindet sich Borussia Dortmund im Höhenflug. Noch nie hat der BVB in dieser Saison in der Meisterschaft verloren. Während die Dortmunder in den ersten 13 Bundesligapartien 37 Tore schossen, traf Schalke erst 14-mal.

Zahlen und Fakten sind vor solchen Begegnungen jedoch meist nur Spielerei. Die Realität auf dem Platz sieht dann ganz anders aus. Dass diese Partie speziell wird, bekam der BVB-Coach Lucien Favre im Vorfeld genug zu hören. «Alle sagen mir, dass es ein wichtiges Spiel ist», sagt der 61-jährige Schweizer vor seiner Premiere. Und weiter: «Derbys sind speziell. Wir müssen eine sehr, sehr gute Leistung bringen.»

Taktikfuchs Favre

Der Schweizer Dortmund-Trainer bewies in der aktuellen Meisterschaft bereits öfters, dass er für solche Aufgaben gewappnet ist. Er wechselte auch Spieler ein, die als Joker trafen und somit die Siege einfuhren. Favre lässt gewöhnlich im 4-2-3-1-System spielen. Für das Revierderby weicht er vielleicht davon ab. «Die Gegner kennen unser System. Aber sie sollten nicht vergessen, dass wir das auch einmal ändern können», lässt er den Rivalen wissen. Ein Indiz dafür könnten zwei Geheimtrainings sein, die Favre Anfang Woche abhalten liess.

Erst gegen Ende der Woche wieder im Training war Manuel Akanji. Der Schweizer Verteidiger hatte zuletzt wegen einer Zerrung der Kniegelenkskapsel gefehlt. Rechtzeitig für das Revierderby sollte der 23-Jährige aber wieder fit sein.

«Im Derby ist alles möglich»

Auch bei Schalke ist das Revierderby natürlich ein grosses Thema. Nach den letzten beiden nicht verlorenen Partien (1:1 bei Hoffenheim, 5:2 gegen Nürnberg) hoffen die Königsblauen, den Schwung mitnehmen zu können. Dass Dortmund Schalke in der Tabelle enteilt ist, ist für Domenico Tedesco zweitrangig. «Vor dem Derby würde ich nicht von einem Favoriten sprechen. Im Derby ist immer alles möglich, und dafür müssen wir sorgen», sagte der Coach zur Funk-Mediengruppe.

Der Jungtrainer – Tedesco ist erst 33-Jährig – sorgt vielleicht mit seinen Taktiküberlegungen dafür, dass das Revierderby keine einseitige Sache wird. Er lässt generell mit drei Verteidigern spielen, was Dortmund diese Saison vor Probleme stellte. Neben den zehn Siegen spielte der BVB dreimal Unentschieden. Dreimal gegen Mannschaften, die wie Schalke mit einer Dreierabwehr agieren. Tedescos Team hilft vielleicht auch ein weiterer statistischer Fakt: Die letzten fünf Spiele hat Schalke gegen Dortmund nicht verloren. (heg)

Erstellt: 08.12.2018, 13:34 Uhr