US-Börsen rutschen deutlich ab

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Der Leitindex Dow Jones rutschte erneut deutlich südwärts und verlor 2,24 Prozent auf 24’388,95 Punkte. Noch schwächer entwickelte sich der Techwerteindex NASDAQ Composite, der um 3,05 Prozent auf 6’969,25 Zähler zurückfiel.




Dabei drückten vor allem die Sorgen wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China wieder auf den Markt, dies zumal die Anleger vor dem Wochenende in der aktuell nervösen Stimmung ihr Risiko minimieren wollten. Auch wenn beide Konfliktseiten gegenwärtig versuchen, ein freundliches Bild der Verhandlungen zu zeichnen, wollen die Anleger doch Konkretes hören. Sie wappnen sich schon für mögliche neue Zölle im kommenden Jahr und fürchten, dass das weltweite Wachstum 2019 an Dynamik verlieren wird.

Auch der Brexit, die Gefahr einer inversen Zinskurve und die Unsicherheit um die Geldpolitik ängstigte weiter viele Anleger. “Die Liste der Sorgen ist sehr, sehr lang”, sagte CIO Erik Davidson von Wells Fargo Private Bank.


Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht für November blieb hinter den Erwartungen zurück. So wurden ausserhalb der Landwirtschaft 155.000 Stellen geschaffen, während Ökonomen mit einer Zunahme um 198.000 gerechnet hatten. Zudem wurden auch die Zahlen für die beiden Vormonate nach unten revidiert. Das Lohnwachstum blieb jedoch im November auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren.

“Es scheint so, dass das bislang gute US-Konjunkturbild leichte Risse bekommt”, schrieb Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe, in einem Kommentar. “Steigende Löhne, höhere Refinanzierungskosten und ein aufgrund der Zölle teurerer Einkauf von Vorprodukten aus China drückt auf die Margen der Unternehmen. Dies dämpft die Einstellungsbereitschaft.” Die US-Währungshüter dürften aber im Dezember die Zinsen dennoch anheben, ist sich Gitzel sicher. Das Wachstum der durchschnittlichen Stundenlöhne von 3,1 Prozent mahne dies an. “Danach könnte dann aber erst einmal eine längere Zinspause anstehen”, erwartet der Experte.


Redaktion finanzen.ch / Dow Jones