Unihockeyaner verlieren Penalty-Krimi gegen Schweden

So nah und doch so fern! Die Schweizer Unihockey-Nati unterliegt Schweden im WM-Halbfinal 4:5 nach Penaltyschiessen und darf erneut «nur» um Bronze spielen. Es fehlten weniger als zwei Minuten zum historischen Triumph.

103 Sekunden haben gefehlt. 103 Sekunden fehlten zum grössten Sieg der Schweizer Unihockey-Geschichte. Albin Sjögren verwertet einen blinden Pass von Rudd und rettet die Schweden mit seinem 4:4-Ausgleichstreffer in die Verlängerung. Und dort sind es hauptsächlich die Schweden, die drücken. Doch ein überragender Pascal Meier rettet die Schweizer ins Penaltyschiessen. Und dort muss sich die Schweiz geschlagen geben.

Defensiv stabil

Das Spiel fängt gut an für die Schweiz. Sie lassen den Ball in den eigenen Reihen gut laufen und verteidigen diszipliniert gegen die Offensiv-Maschinerie der Schweden, die bis zum Halbfinal durchschnittlich über 13 Tore pro Spiel produzierte. Trotzdem muss Pascal Meier im Tor der Schweiz in der 9. Minute ein erstes Mal hinter sich greifen, Nilsberth verwertet einen schönen Querpass problemlos. Doch die Schweizer lassen nicht locker und kommen nach einem schönen Hocheck-Schuss von Jan Zaugg zum Ausgleich (16.).

Auch ein Doppelschlag der Schweden (26./27.) bedeutet nicht den Genickbruch für die Unihockeyaner der Schweiz. Im Gegenteil: Graf und Mendelin bringen die Eidgenossen bis zu 41. Minute zurück ins Spiel. Und als Mendelin mit seinem zweiten Treffer des Abends weniger als vier Minuten vor Schluss die Halle zum Toben bringt, darf man vom historischen Sieg träumen.

Doch die Schweden wären nicht Rekordweltmeister, wenn sie in einer solchen Situation nicht einen Gang höher schalten könnten. Auch wenn der Ausgleichstreffer in der Entstehung glücklich ist, ist er nicht unverdient. Einzig Pascal Meier ist es zu verdanken, dass das Spiel in der Folge überhaupt noch ins Penaltyschiessen geht.

«Wenn du die Schweden so weit hast, musst du sie packen»

Die Parallelen zum WM-Final der Eishockey-Nati gegen Schweden sind unverkennbar. Und auch der Ausgang ist der selbe. Für die Schweiz treffen mit Hofbauer, Hartmann und Mendelin zwar drei Schützen. Doch bei den Schweden scheitert einzig Adriansson, während die Superstars Nilsson, Carlström, Enström und Rudd einnetzen.

Entsprechend geknickt erscheint Captain und Legende Matthias Hofbauer zum Interview: «Es hat extrem wenig gefehlt. Wir versuchen es schon so lange. Wenn du die Schweden so weit hast, musst du sie einfach packen», sagt der Berner mit glasigen Augen.

Etwas gefasster wirkt da der doppelte Torschütze Patrick Mendelin: «Klar sind wir extrem enttäuscht, wir haben alles so umgesetzt, wie wir es wollten. Aber das Turnier ist noch nicht fertig und wir haben noch eine Herausforderung vor uns.» Damit meint der Basler das Spiel am Sonntag um Bronze gegen Tschechien. Die Schweden ihrerseits spielen gegen Finnland um den WM-Titel.