Sechs Tote bei Massenpanik in Diskothek

Sechs Menschen kamen bei der Massenpanik ums Leben, fünf minderjährige Teenager – drei Mädchen und zwei Burschen – und eine Mutter, die ihre Tochter in die Diskothek begleitet hatte. Rund 100 Personen wurden verletzt, zwölf davon schwer. Zwei Personen schweben in Lebensgefahr, teilten die Behörden in Ancona mit. Die Verletzten wurden in Spitäler der Gegend eingeliefert.

Rund 1.000 Gäste hatten sich in der Diskothek Lanterna Azzurra (Dt. Blaue Laterne) in der Gemeinde Corinaldo zu dem geplanten Rap-Konzert eingefunden, als ein Unbekannter in dem Gedränge Reizgas versprühte. Daraufhin kam es zu Panik in der Diskothek. Die Menschen drängten zu den Notausgängen, einige von diesen waren aber gesperrt, berichteten Zeugen. Die Personen stürmten daraufhin auf andere Ausgänge zu. Sanitäter berichteten, viele der Verletzten hätten in dem Gedränge teils schwere Quetschungen, aber auch Knochenbrüche davongetragen.

Konzert in Italien endet mit Massenpanik

Ein Konzert in einer kleinen italienischen Ortschaft bei Ancona endete für mehrere Minderjährige tödlich. Reizgas löste eine Massenpanik aus, Notausgänge sollen versperrt gewesen sein.

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Erinnerungen an Turin

Die Dynamik erinnert an eine Massenpanik in Turin, als beim Public Viewing des Champions-League-Finales im Juni 2017 Reizgas gesprüht wurde. Dafür verantwortlich gemacht wird eine Diebesbande, die Fans ausrauben wollte. Damals waren 1.500 Menschen verletzt worden und eine Frau an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.

Vom Ort des Unglücks bei Ancona veröffentlichte die Feuerwehr dramatische Bilder. Rettungskräfte versorgten die Verletzten auf offener Straße. „Lasst uns durch“, hört man einen der Einsatzkräfte rufen, als eine Liege durchs Bild geschoben wird. Bereits in den frühen Morgenstunden wurden die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei befragte mehrere Security-Männer zum Hergang der Tragödie.

Einsatzkräfte

AP/Ancona Today/Francesco Benigni

Bilder des Grauens in und vor dem Club „Lanterna Azzurra“

Italienischen Medienberichten zufolge gab es drei Notausgänge, von denen einer über eine kleine Brücke zum Parkplatz führte. Unter dem Druck der Menge brach eine Balustrade zusammen, Dutzende Menschen stürzten in die Tiefe und begruben diejenigen unter sich, die sich unterhalb befanden.

„So darf man nicht sterben“

Italiens Innenminister Matteo Salvini sagte am Samstag Aufklärung zu. „Mit 15 Jahren darf man so nicht sterben“, sagte Salvini und kündigte eine Schweigeminute während einer geplanten Kundgebung seiner Partei in Rom an. Es sei eine Pflicht, „die Verantwortlichen für die sechs entrissenen Leben zu finden, diejenigen, die aus Boshaftigkeit, Dummheit oder Habgier einen Partyabend in eine Tragödie verwandelt haben“.