Sechs Konzertbesucher sterben bei Massenpanik in Italien

Bei Ancona sind am Samstagmorgen in einer Disco sechs Menschen gestorben, darunter drei Buben und zwei Mädchen. Ein Unbekannter hatte Reizgas versprüht.

Bei einer Massenpanik von Besuchern einer Disco in der Nähe der italienischen Hafenstadt Ancona an der Adria sind am frühen Samstagmorgen sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache war eine Massenpanik.

Bei den Toten handle es sich um drei Mädchen, zwei Knaben sowie eine Frau, die ihre Tochter in die Disco begleitet habe, sagte der Polizeichef der nahegelegenen Stadt Ancona, Oreste Capocasa, am Ort des Zwischenfalls.

Rund 1000 Musikliebhaber hatten sich in der Disco «Lanterna Azzurra» (Blaue Laterne) in Madonna del Piano in der Gemeinde Corinaldo zum Konzert des in Italien beliebten Rappers Sfera Ebbasta eingefunden, als ein Unbekannter in dem Gedränge Reizgas versprühte.

Daraufhin kam es zu Panik in der Disco. Die Menschen drängten zu den Notausgängen, einige von diesen waren aber gesperrt, berichteten Zeugen. Die Personen stürmten daraufhin auf den einzig offenen Ausgang zu. In der daraufhin einsetzenden Panik starben sechs junge Menschen.

Schwere Quetschungen und Knochenbrüche

Nach Medienberichten wurden zudem rund 50 meist junge Menschen verletzt, davon seien 14 schwer verletzt. Einige schwebten in Lebensgefahr, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Polizei. Die Verletzten wurden in die umliegenden Spitäler gebracht. Sanitäter berichteten, viele der Verletzten hätten in dem Gedrängel teils schwere Quetschungen, aber auch Knochenbrüche davongetragen.

Vor der Disco in dem kleinen beschaulichen Ort verkehrten Dutzende von Rettungswagen, Feuerwehren und Polizeifahrzeuge. Die Polizei nahm unmittelbar nach der Versorgung der Verletzten die Ermittlungen zu den Ursachen des Unglücks auf.

«Türsteher haben gesagt, dass wir zurückgehen sollen»

Berichten zufolge kam es gegen 1 Uhr morgens zu der Massenpanik. Ein 16-Jähriger, der in ein Krankenhaus gebracht wurde, berichtete italienischen Medien: «Wir haben getanzt, während wir darauf warteten, dass das Konzert losgeht, als wir diesen beissenden Geruch feststellten. Wir sind zu den Notausgängen gelaufen, aber die waren versperrt. Die Türsteher haben uns gesagt, dass wir zurückgehen sollen.» (sda)

Erstellt: 08.12.2018, 05:14 Uhr