Parteitag der FDP: Die Freisinnigen wollen im Wahlkampf Fahrt aufnehmen

Man muss es den Freisinnigen an diesem kühlen Samstagmorgen lassen: Sie wissen, wie man einen Parteitag dramaturgisch in Szene setzt. Die Parteimitglieder wurden schon vor dem Eingang zur Sempacher Festhalle vom Pfeifen einer fahrttüchtigen Dampflokomotive begrüsst. Die Lokomotive vor der Türe war die Manifestation des roten Fadens, der sich durch den Parteitag zog: Sie steht für den Wahlkampf, der nun Fahrt aufnimmt.

Nochmals dick unterstrichen wurde die Symbolik durch die Brassband Bürgermusik Luzern, die ein eigens für den Anlass komponiertes Stück aufführte. Dieses trug zwar den etwas gar nüchternen Titel «Mit Volldampf in den FDP-Wahlkampf», entpuppte sich jedoch als durchaus rasante Komposition. Was mit lautmalerischem Zischen und Pfeifen einer Lokomotive begann, raste innert Kürze auf ein gewaltiges Crescendo zu.

Nun liegt es also an Parteipräsident Markus Zenklusen, diesen Zug in den nächsten Wochen und Monaten auf der Strecke zu halten. Zenklusen rief den rund 300 Anwesenden ins Bewusstsein, dass der Wahlkampf um die Sitze im Kantons- und Regierungsrat längst begonnen hat – und er bot einen Überblick, wo die FDP diesbezüglich steht.

Im Fokus von Zenklusens Ansprache standen die Kantonsratswahlen. Er bekräftigte nochmals die verabschiedeten Wahlziele von vier Sitzgewinnen (heute 25 Sitze). Mit diesen Sitzen soll die FDP wieder zur zweitstärksten Luzerner Partei werden. Mittlerweile habe man 88 Kandidatinnen und Kandidaten gewinnen können, gab Zenklusen bekannt und prophezeite selbstbewusst: «Ich denke, dass wir am 31. März ein zünftiges Fest feiern werden.» Eine Aussicht, die mit einer Runde Applaus aus dem Saal quittiert wurde.

Den Wahlkampf werde man mit einer Mischung aus neuen und wie auch bewährten Mitteln bestreiten, führte Geschäftsführer Benjamin Häfliger aus. So werde man bei Standaktionen etwa mit Virtual-Reality-Brillen aufwarten, setze aber auch auf Hausbesuche und die klassischen Plakatkampagnen.

Zu Wort kam an diesem Parteitag aber selbstverständlich auch Regierungsratskandidat Fabian Peter (42, Inwil), der den abtretenden Robert Küng in der Regierung ersetzen soll. Peter wurde vergangenen Juli in just dieser Festhalle zum offiziellen Kandidaten erkoren. «Ich bin mir der besonderen Verantwortung für die Partei bewusst», sagte Peter. So sehe er es als seine Pflicht, mit jener Passion im Wahlkampf aufzutreten, die notwendig sei, um der Partei als Ganzes zum Erfolg zu verhelfen. «In mir brennt das Feuer», beteuerte Peter in seiner Rede und schloss den Bogen zur angefeuerten Lokomotive. Abschliessend rief er die Versammlung auf, dieses Feuer auch in sich selbst zu entfachen und es nach aussen zu tragen.