HomeToGo: Ferienhaus-Portal übernimmt US-Konkurrenten

Die Berliner Meta-Suchmaschine treibt die Internationalisierung weiter mit hohem Tempo voran. Dabei hilft eine neue Finanzierung im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Top-Locations bei Tripping.com sind Asheville, Blue Ridge oder Cocoa Beach – alles beliebte Feriendestinationen für US-Amerikaner. Das Portal selbst aber gehört jetzt einer Firma mit Berliner Hauptsitz: Die Ferienhäuser-Suchmaschine HomeToGo hat den amerikanischen Konkurrenten übernommen, wie das Start-up jetzt mitteilte.

Die US-Seite – nach Angaben von HomeToGo bislang der stärkste Konkurrrent der Berliner auf dem dortigen Markt – soll vorerst als eigenständige Marke weitergeführt werden. Auf der schlicht gestalteten Homepage von Tripping.com ist noch kein Verweis auf die Übernahme zu entdecken.

In Deutschland ist man aber stolz auf die Transaktion: „Es kommt schließlich nicht so oft vor, dass ein Technologieunternehmen aus Europa eine Firma aus dem Silicon Valley übernimmt“, sagt HomeToGo-Mitgründer Patrick Andrä stolz. Sitz von Tripping.com ist San Francisco – registriert ist die Firma jedoch im bekannt steuerfreundlichen US-Bundesstaat Delaware.

Hohe Finanzierung für HomeToGo

Flankiert wurde die jetzt veröffentlichte Übernahme durch eine neue umfangreiche Finanzierungsrunde von HomeToGo. Insgesamt seien nun bereits umgerechnet mehr als 130 Millionen Euro in das 2014 gegründete Unternehmen investiert worden, teilt HomeToGo mit. Vor einem Jahr sprach man von einer Gesamtfinanzierung im hohen achtstelligen Bereich – die jetzt geflossene Differenz dürfte damit ein Betrag in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe sein.

Das Geld stammt von einer ganzen Reihe von Risikokapitalgebern, darunter Insight Venture, Acton Capital, DN Capital und Global Founders Capital, hinter dem die Samwer-Brüder stecken. Neu dazugekommen sind jetzt noch die amerkanischen Venture-Capital-Gesellschaften Lakestar und Princeville Global.

Zukäufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Mit Übernahme und Finanzierung will HomeToGo mit aktuell mehr als 150 Mitarbeitern vor allem die internationale Expansion stärken. Nach eigenen Angaben ist man bereits in 13 europäischen Ländern sowie in Märkten wie den USA, Australien, Mexiko, Russland und Japan unterwegs. Auf dem Portal können Reisende Ferienhäuser oder -wohnungen suchen – die Einträge werden dann aus den Datenbanken anderer Buchungsportale zusammengetragen und aufbereitet.

Ende September hatte HomeToGo bereits bekanntgegeben, den europäischen Konkurrenten Casamundo übernommen zu haben. Das Digitalunternehmen, welches zuletzt zu Axel Springer gehörte, betreibt eine Reihe von Portalen, auf denen Vermieter ihre Ferienhäuser listen lassen können.

Neben HomeToGo vermeldeten zuletzt einige Start-ups aus dem Reisemarkt umfangreiche Finanzierungsrunden – in dieser Woche zum Beispiel der Individualreise-Vermittler Tourlane. In der vergangenen Woche hatte das niederländische Hotelportal Bidroom angekündigt, nach einer neuen Finanzierung stärker nach Deutschland expandieren zu wollen.