Die Rhein-Neckar Löwen haben die Krallen gezeigt

MANNHEIM – (bore). Die Rhein-Neckar Löwen haben die Krallen gezeigt: Die Mannheimer gewannen am Donnerstagabend das Bundesliga-Spitzenspiel in der heimischen SAP-Arena gegen den SC Magdeburg deutlich mit 28:22 (18:8) und wahrten damit ihre Meisterschaftschancen. Bereits am heutigen Samstag geht es für die Löwen weiter. Das Team von Coach Nikolaj Jacobsen muss in der Bundesliga um 20.30 Uhr bei FrischAuf Göppingen ran.

Andreas Palicka und Mikael Appelgren, die beiden Torhüter der Löwen, gratulierten sich nach dem Galaauftritt ihrer Mannschaft vor 8210 Zuschauern in der Mannheimer SAP-Arena. Palicka zeigte eine Weltklasseleistung. Er hielt insgesamt 17 Bälle und damit knapp 43 Prozent aller Magdeburger Würfe, die auf seinen Kasten kamen. „Wir haben in der ersten Hälfte vielleicht die beste Leistung in der Saison gezeigt. Ich wollte viele Tore verhindern, das ist mir gelungen“, sagte der Matchwinner, der betonte: „Es kommt nicht so oft vor, aber dieses Mal habe ich viel Selbstvertrauen getankt. Die Saison ist noch lang, deswegen ist in der Meisterschaft noch alles möglich. Wir denken aber von Spiel zu Spiel und werden sehen, was am Ende herausspringt.“

Schweden-Torwart Appelgren verlängert bis 2023

Palicka spielt so stark, dass Kollege Appelgren diesmal gar nicht zwischen die Pfosten musste. Doch der hatte auch schon vor der Partie seinen Auftritt gehabt. Der 29 Jahre alte schwedische Nationalspieler verkündete nämlich per Videobotschaft den Fans in der Halle, dass er seinen bis 2021 laufenden Vertrag noch einmal um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2023 verlängert hat. „Der Verein hat große Ziele, ich habe ehrgeizige Ziele. Ich denke, das passt alles für mich“, begründete Appelgren seine Entscheidung. Schon das sorgte für Jubel bei den Anhängern, zumal auch Andreas Palicka langfristig ein Löwe bleibt.

Was nach dem Anpfiff folgte, war eine überragende erste Halbzeit. Bereits nach einer Viertelstunde führten die Mannheimer mit 8:2. Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert nahm seine erste Auszeit. Doch das Team aus Sachsen-Anhalt, das so eine tolle Saisonanfangsphase hatte, kam auch danach nicht ins Spiel. Die SCM-Akteure verzweifelten an Palicka. Die Löwen nutzten ihre Chancen unterdessen eiskalt aus. Zur Halbzeit war die Partie entschieden, die Mannheimer führten 18:8. Im zweiten Durchgang verwalteten die Löwen dann den Vorsprung. Zehn Minuten vor Schluss lag der Tabellenvierte mit 25:15 (50.) vorne. Danach ließen die Gastgeber nach; Magdeburg gelang noch Ergebniskosmetik.

„Natürlich wollten wir nach der ersten Hälfte auch die zweite Halbzeit gewinnen. Das haben wir allerdings nicht hinbekommen. Dennoch war es ein sehr gutes Spiel“, befand Palicka.

Coach Jacobsen warnte indes schon vor dem nächsten Gegner: „Göppingen wird gegen uns mit 100 Prozent spielen, das ist eine Truppe, die 60 Minuten lang kämpft. Wir werden sicherlich einen sehr guten Tag benötigen.“ Patrick Groetzki ist gegen Göppingen auf jeden Fall dabei. Er zeigte sich gegen Magdeburg nach überstandener Bauchmuskelzerrung fit und steuerte vier Treffer bei.