Die Angst vor der rechten Flut

Zum 40. Jahrestag der demokratischen Verfassung ist auch in Spanien eine ultrarechte Partei in ein Regionalparlament eingezogen. Mit fast elf Prozent der Wählerstimmen könnte die erst 2013 gegründete “Vox” in Andalusien zum Mehrheitsbeschaffer für eine Koalition aus rechter Volks- und liberaler Bürgerpartei werden. Bislang schien Spanien nach fast vier Jahrzehnten Franco-Diktatur immunisiert gegen rechten Populismus. Die Erben des Franquismus fühlten sich in der Volkspartei unter José María Aznar gut aufgehoben. Auch der Vox-Chef Santiago Abascal, 42, ein Baske, war einst in die PP eingetreten. Zum Bruch veranlasste ihn 2013 Aznars Nachfolger Mariano Rajoy. Dem warf er vor, nicht hart genug gegen die Separatisten im Baskenland und in Katalonien durchzugreifen.

Vox lehnt Zuwanderung ab und will weniger europäische Integration – wie die Rechtspopulisten in Frankreich, Italien und Deutschland. Doch erst die Krise in Katalonien, wo im Oktober 2017 die Unabhängigkeit ausgerufen worden war, brachte

Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 50/2018.