Der FC St.Gallen macht's nochmals spannend, gewinnt aber mit Ach und Krach

Eigentlich hätte diese Partie nicht mehr spannend werden müssen. Denn der FC St.Gallen war im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Neuchâtel Xamax die dominierende Mannschaft. Nach 69 Minuten und dem 3:1 durch Vincent Sierro hätte das Spiel eigentlich gelaufen sein müssen. Auch, weil die Gäste seit der Roten Karte gegen Marcis Oss in der 51. Minute mit einem Mann weniger spielten.

Doch so dominant die St.Galler auftraten, so fahrlässig gingen sie mit ihren Chancen um. Axel Bakayoko bewies zwar nach einer schönen Kombination über Tranquillo Barnetta und Vincent Sierro viel Schnelligkeit, vergab die Chance aber (20. Minute). Und Sierro hätte bereits in der 17. Minute seinen zweiten Treffer erzielen müssen, forderte mit seinem «Schüsschen» allerdings Xamax-Goalie Laurent Walthert nicht wirklich.

So bangten die Ostschweizer nach dem Anschlusstreffer zum 2:3 von Kemal Ademi in der 77. Minute um die drei Punkte. Xamax erarbeitete sich in der Folge einige Möglichkeiten. Raphael Nuzzolo hätte in der 86. Minute zum 3:3 treffen müssen. St.Gallen rettete den knappen Vorsprung aber mit Ach und Krach über die Zeit.

Vincent Sierro erzielte gegen Xamax seine Saisontore sieben und acht – er belegt nun Rang drei in der Super-League-Torschützenliste. Nebst Skorerqualitäten zeigt die Leihgabe vom Bundesligaclub Freiburg im Mittelfeld Übersicht und Kreativität.

Erneut war die Ostschweizer Defensive das Sorgenkind von Trainer Peter Zeidler. Beim ersten Gegentreffer brachten die St.Galler den Ball nicht weg; beim zweiten Tor wurde das Heimteam mustergültig ausgekontert.

Die Partie war der Vergleich zwischen dem kleinsten Super-League Goalie, Xamax’ Laurent Walthert (1,81 Meter) und dem grössten Torhüter der Liga, Dejan Stojanovic (1,96 Meter) vom FC St.Gallen. Ein paar Zentimeter zusätzlich hätten Walthert bei den Gegentreffern allerdings auch nicht weitergeholfen.

Captain Silvan Hefti und Aussenverteidiger Andreas Wittwer vom FCSG trotzten Wind, Regen und Kälte im Kurzarmshirt und verdienen sich damit den Titel der «Härtesten Spieler». Majeed Ashimeru belegt in dieser Wertung Rang zwei; er trägt Handschuhe zum Kurzarm-Leibchen.

«Xamax, Saint-Gall, amitié», skandierten Neuenburgs Anhänger schon auf dem Weg ins Stadion – und tranken dabei Klosterbräu. Mit einer herrlichen Choreographie dankten die St.Gallen den Neuenburger für die Fanfreundschaft.