Verbeugung vor den Fans Hütter schwärmt von der grauen Wand

So hat sich Adi Hütter (48) den Frankfurter Fans bisher noch nicht gezeigt. Mit Jubel-Faust stand Eintrachts Trainer nach dem Erreichen der nächsten Europacup-Runde (3:2 bei Limassol) in der Fan-Kurve.

„Das hat mir auch selber gutgetan. Mancher mag vielleicht denken: ‘Okay, der wirkt ein bissl distanzierter‘… Dabei bin ich sehr emotional“, so Hütter über sich selbst. Gut 5000 mitgereiste Anhänger in Nikosia und ihr Anfeuern im Spiel begeisterten den Österreicher. Fast alle trugen hellgraue Kapuzen-Shirts (Hoodies). Der Trainer: „Wahnsinn, was die Fans alles auf sich nehmen. Diese graue Wand hat mich schwer beeindruckt.“

Die graue Wand – das war eine logistische Meisterleistung der Nordwestkurven-Fans mit dem Fan-Beirat. Ein Fan erklärte BILD, wie solche Aktionen vorbereitet werden: Die ersten Pullies wurden bereits am letzten Wochenende im Fan-Haus an der Frankfurter Louisa verkauft. Zum Stückpreis von 20 Euro.

Bedingung: Flugschein oder Ticket und das Versprechen, das Hoodie vorher nicht im Internet zu verraten oder in Frankfurt zu zeigen. Das Geld für die Herstellung sammelten die Ultras.

Tausende von Pullis wurden in Pappkartons im Fan-Flieger nach Zypern verfrachtet. Dort in den Fan-Bussen weiter verkauft. Fast alle Frankfurter in der Eintracht-Kurve (und auf der Sitztribüne) trugen grau. Die Spieler hinterher auch.

So feierte Ex-Trainer Armin Veh 2013 mit 12000 Eintracht-Fans in Bordeaux
So feierte Ex-Trainer Armin Veh 2013 mit 12000 Eintracht-Fans in BordeauxFoto: Jan Huebner

Hütter vor der grauen Wand – das erinnerte an Ex-Trainer Armin Veh 2013 in Bordeaux, der vor 12000 Eintracht-Fans in Orange eine riesige Fan-Fahne schwenkte. Hütter dazu: „Ich kopiere nicht gern. Aber manchmal bin ich Gefühlsmensch. Ich kann jetzt noch nicht sagen, ob ich so etwas mal machen werde.“