Rob Smedley: «Williams braucht einen Sanierungsplan»







Von Rob La Salle – 10.11.2018 14:17

​F1-Ingenieur Rob Smedley verlässt das sinkende Williams-Schiff. Die Gewinner von sieben Fahrer-Titeln und neun Konstrukteurs-Pokalen fahren hinterher. Smedley: «Williams braucht einen Sanierungsplan.»

Vor wenigen Tagen ist bekannt geworden: Der 44jährige Formel-1-Ingenieur Rob Smedley wird Williams verlassen. Der langjährige Wegbegleiter von Felipe Massa stellt damit seinen Posten des leitenden Ingenieurs zur Verfügung. Der Williams FW41 ist das schlechteste Rennauto im Feld, sind die 15fachen Weltmeister Williams jämmerliche WM-Letzte. Williams hat in der ganzen Saison nur sieben Punkte zusammenkratzen können.

Rob Smedley sagt: «Ich habe meine Zeit bei Williams genossen. Williams ist ein ganz besonderer Rennstall, und ich bin sicher, es wird wieder bergauf gehen. Aber nach zwanzig Jahren Formel 1 ist es an der Zeit, einen Schritt zurück zu machen und in Ruhe zu überlegen, was mein nächster Schritt sein soll.» In Brasilien sickert durch: Wir werden Smedley wohl bald wiedersehen, dem Briten liegen mehrere Angebote anderer GP-Rennställe vor.

Im Fahrerlager von Interlagos redet Smedley nicht um den heissen Brei herum: «Eine Patentlösung gibt es in solch einer Situation nicht. Formel 1, das ist ein unablässiger Lernprozess mit dem Ziel, sich ständig zu verbessern. Es wäre falsch, mit dem Finger auf einen Bereich zu zeigen und zu sagen – hier liegt das einzige Problem. Denn so ist da nicht.»

«Es gibt Bereiche, die modernisiert werden müssen. Es gibt Bereiche, die verändert werden müssen. Es gibt auch Bereiche, die an sich gut sind, aber zu wenig gefördert werden. Das ist ein langer Weg. Williams hat sehr gute Leute, aber die müssen alle am gleichen Strang ziehen.»

Rob Smedley ist nicht der Ansicht, dass bei Williams der Fisch vom Kopf stinke, wie dem Traditions-Team vorgeworfen wird. Ex-Williams-Fahrer und –Weltmeister Jacques Villeneuve hat klipp und klar gesagt, dass Claire Williams als Teamchefin eine Fehlbesetzung sei. Smedley ist nicht dieser Ansicht: «Williams wird von starker Hand geführt, und Claire Williams steht hier ganz vorne. Aber Williams braucht nun einen Sanierungsplan, der alle Bereiche abdeckt.»