Kohfeldt und die Raute: "Enorm viele Möglichkeiten"

09.11.2018, 15:14





Dass die Systemumstellung vom standardmäßigen 4-3-3 auf ein 4-4-2 mit Raute bei Werder zuletzt gut funktionierte, “ist mir auch aufgefallen”, lächelt Florian Kohfeldt. In Mainz (1:2) drängten die Grün-Weißen so, wenn auch zu spät, noch auf die Wende. Gegen Hertha (3:1) gelang mit Raute eine der besten Saisonleistungen. Folglich stellt sich vorm Schlüsselspiel gegen Gladbach die Frage nach einer Systemumstellung bereits von Anfang an. In seine grundsätzlichen Überlegungen zu diesem Thema gibt Kohfeldt im Vorfeld relativ ausführlichen Einblick.

Florian Kohfeldt

“Die Raute”, erklärt der 36-jährige Fußballlehrer, “bietet offensiv enorm viele Möglichkeiten. Wir haben für dieses System die entsprechenden Spielertypen, und mit zwei Stürmern besteht immer eine hohe Wahrscheinlichkeit, die gegnerische Viererkette zu binden.” Hinzu komme: “Die Raute bietet die Möglichkeit, auch gegen den Ball mit hoher Aggressivität zu agieren.” Soweit also die Vorteile einer solchen 4-4-2-Formation, die beispielsweise Martin Harnik als zentralem Angreifer oder Yuya Osako als Zehner entgegenkommen würde. Dass sich diese Profis auf zentralen Positionen wohler fühlen als auf den Flügeln “ist auch mir nicht entgangen”, versichert Kohfeldt. Johannes Eggestein, aktuell einer der formstärksten Angreifer im Kader, ließe sich sowieso unabhängig vom System auf jeder beliebigen Offensivposition einbauen.

Spezielles System, spezielle Gegenmaßnahmen

Gegen die Raute spreche indes eine gewisse taktische Berechenbarkeit, so Kohfeldt: “Es ist ein sehr spezielles System. Und dagegen gibt es dann immer auch spezielle Gegenmaßnahmen.” Gerade gegen Hertha funktionierte die Raute nicht zuletzt deshalb so gut, weil Werder den Gegner mit dieser Anordnung überraschte. Die Ideallösung am Samstag gegen Gladbach könnte nun ein Dreier-Angriff bestehend aus Martin Harnik, Max Kruse und Johannes Eggestein bieten. Um zwischen einem Zehner (Kruse) und zwei zentralen Stürmern (Harnik, Eggestein) im 4-4-2 bzw. einem Mittelstürmer (Kruse) und zwei Außen (Harnik, Eggestein) im 4-3-3 zu wechseln, müsste jeder der drei seine jeweilige Grundposition auf dem Rasen nur um einige wenige Meter verschieben. Systematisch brächte das für Werder ein Höchstmaß an Flexibilität und Unberechenbarkeit.

Thiemo Müller

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