Guy Lachappelle wird neuer Raiffeisen-Präsident

(ela.) Die Genossenschaftsbank Raiffeisen hat am Samstag an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung in Brugg-Windisch Guy Lachappelle zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Er wurde von den Delegierten mit überwältigendem Mehr bestätigt. Zu seiner Wahl sagte Lachappelle: «Ich werde meine Führungsaufgabe mit aller Konsequenz wahrnehmen und alles daransetzen, die Raiffeisen Gruppe in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.»

Die meisten Beobachter hatten damit gerechnet, obwohl auch seine Nomination zu einigen Kontroversen geführt hatte.

Zudem fanden Ersatzwahlen statt. Die bisherigen Mitglieder Daniel Lüscher, Philippe Moeschinger und Urs Schneider traten aus dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz zurück. Der vorgeschlagenen Erneuerung des Gremiums stimmte die Delegiertenversammlung vollumfänglich zu. Mit der Zuwahl sind neu Karin Valenzano Rossi, Andrej Golob, Thomas A. Müller und Beat Schwab im Verwaltungsrat vertreten.

Laut Medienmitteilung ist auch das Vergütungssystem des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz überarbeitet worden. Neu gehe Raiffeisen Schweiz zu einer mandatsbezogenen Vergütung über. Das neue Vergütungssystem sehe Pauschalen für die Grund- und Ausschussvergütung vor und schaffe Sitzungsgelder und Sitzungsspesen ab. Zusätzlich zur Anpassung der Vergütungshöhe wolle sich der Verwaltungsrat für eine verbesserte Kommunikation und Governance einsetzen.

Der Verwaltungsrat werde an der Delegiertenversammlung 2019, unter Einbezug der Banken und unter Berücksichtigung des Programms «Reform 21», einen Antrag auf Statutenänderung stellen, in welcher der Genehmigungsprozess bezüglich der VR-Vergütung und des Vergütungsberichts festgelegt wird, heisst es weiter.

Die laufende unabhängige Untersuchung, die vom unabhängigen Lead Investigator Bruno Gehrig und einem Team von Homburger durchgeführt wird, sei weit fortgeschritten und könne voraussichtlich bis Ende Jahr abgeschlossen werden, teilte Raiffeisen mit.

Die an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung von Bruno Gehrig präsentierten Hauptfeststellungen aus der unabhängigen Untersuchung bestätigten die aufsichtsrechtliche Beurteilung der Finma: Mit dem Kauf diverser Beteiligungen wuchs Raiffeisen Schweiz über die Jahre zu einem Konzern heran, ohne die entsprechenden Führungs- und Kontrollmechanismen zu schaffen.

Allerdings könnten zu diesem Zeitpunkt darüber hinaus keine detaillierteren Erkenntnisse veröffentlicht werden. Damit komme der Verwaltungsrat dem Wunsch der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich nach.

Am Freitagabend war Raiffeisen-CEO per sofort zurückgetreten.