Frauen müssen großteils draußen bleiben

Samstagabend, halb sieben: Champions-League-Finale in Teheran. Persepolis Football Club gegen Kashima Antlers, die Hirsche von Kashima aus Japan. Es sieht nicht gut aus für die Perser, das Hinspiel gewannen die Japaner 2:0. Trotzdem: Es ist das wichtigste Vereinsspiel in Iran seit 1999. Und Hoffnung ist immer. 90.000? 95.000? 100.000 Zuschauer im Stadion? Viel Glück beim Zählen. Es bleibt trotzdem übersichtlich: Bis zuletzt wurde diskutiert, ob Frauen ganz draußen bleiben müssen. Gar keine Frauen im Stadion? Das könnte auffallen, sogar dem asiatischen (AFC) wie dem Internationalen Fußballverband Fifa. Immerhin wird dessen Präsident Gianni Infantino zuschauen. In letzter Minute wurde nun einer eng begrenzten Anzahl von Frauen der Zugang ins Asadi-Stadion in Teheran erlaubt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna dürfen am Samstag 850 Frauen zuschauen.

Das ändert nichts daran: Eine weitere Chance ist vertan. Frauen konnten vorab keine Eintrittskarten kaufen. Fifa- und AFC-Statuten verlangen Gleichberechtigung, tun aber herzlich wenig, sie durchzusetzen. Herzlich wenig? Fifa-Generalsekretärin Samoura traf sich mit iranischen Aktivistinnen, bedankte sich für den „konstruktiven Dialog“ sowie deren „bemerkenswerten Mut und Leidenschaft für den Fußball“. Als hätte es daran je gefehlt. Eine iranische Parlamentsabgeordnete ergriff mehr Initiative. Sie rief Frauen auf, mit ihr zum Stadion zu gehen. Frau Samoura könnte vorangehen. Das wäre mutig – und längst überfällig.