Ex-Marine richtet Blutbad in Disco an Killer unterbrach Schüsse, um auf

Noch immer rätseln Ermittler, warum Ian David Long (✝28) in der „Borderline Bar“ zwölf Menschen erschoss und sich anschließend selbst umbrachte. Offenbar litt der Ex-Marine an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Wie krank war er wirklich? Was trieb ihn dazu, ein solches Blutbad anzurichten?

Laut Garo Kuredija vom Sheriffs-Büro in Ventura County habe der Killer seinen Amoklauf offenbar unterbrochen, um mindestens einen Instagram-Post abzusetzen, meldet die Nachrichtenagentur AP. Den Inhalt des Posts kenne er allerdings nicht, Instagram habe dazu auch jeden Kommentar abgelehnt.

Bereits kurz vor dem Massaker hatte Long auf Facebook eine unheimliche Nachricht hinterlassen und mit lachenden Emojis versehen: „Ich hoffe, sie bezeichnen mich als wahnsinnig … ja, ich bin verrückt. Aber alles, was Ihr nach solchen Schießereien zustande bringt, sind Sprüche wie ,Hoffnung und Gebete‘ oder ,Ihr bleibt uns in Erinnerung‘. Und dann wundert Ihr Euch, warum so etwas immer wieder passiert …“

Laut der Agentur untersuchen die Ermittler auch, ob es Long möglicherweise auf seine Ex-Freundin abgesehen hatte und er annahm, dass er sie dort in der Bar sehen würde. Weitere Einzelheiten wollte der Ermittler, der anonym bleiben wollte, allerdings dazu offiziell nicht machen.

Klar ist allerdings: Long ging bei der Schießerei mit „militärischer Präzision“ vor. Keines der Opfer wurde nur verletzt – alle Schüsse aus seiner Glock, Kaliber .45, waren sofort tödlich.

Im Schießen war er geübt: Long war im Alter von 18 Jahren den US-Marines beigetreten. Laut Gerichts- und Militärakten heiratete er mit 19 in Honolulu auf Hawaii. Doch die Ehe zerbrach noch während seiner Zeit bei der Armee. Als sich der junge Soldat und seine Frau 2011 trennten, war Long in Afghanistan stationiert. In den Scheidungspapieren vom Mai 2013 ist von „unüberbrückbaren Differenzen“ die Rede.

Laut Marine Corps erhielt er u. a. das Combat Action Ribbon (wird verliehen für aktive Teilnahme an Kampfhandlungen) sowie eine Good Conduct Medal (obligatorische Auszeichnung für drei Jahre „ehrenvolle und treue Dienste“ in der Armee). Zuletzt bekleidete er den Dienstrang eines Corporal (entspricht etwa einem Hauptgefreiten).

Trotzdem war er auch während seiner Militärzeit auffällig geworden, berichtet die Nachrichtenseite „NPR“. Long sei während eines Wachdienstes im Jahr 2009 beim Ladendiebstahl ertappt worden. Dennoch sei er ehrenvoll aus der Armee entlassen worden.

Freunde und Bekannte zeichnen ein widersprüchliches Bild von Ian David Long. Einerseits sei er „immer fröhlich“ gewesen, sei sogar oft in der „Borderline Bar“ gewesen. Andererseits erlebten Nachbarn ihn als sehr ruhig und als jemanden, der anderen nie in die Augen gesehen habe. Longs Mutter berichtete auch davon, dass er zu Hause heftig randaliert habe.

Schon in seiner Schulzeit, so erinnert sich sein Sportlehrer Dmonique Colell, habe Ian David Long sonderbares Verhalten an den Tag gelegt: So habe er mit seinen Fingern eine Waffen-Geste gemacht und so getan, als schieße er einer Schulkameradin in den Kopf. Ein anderes Mal habe er ein Mädchen am Po angefasst und sie umklammert.