Darum trifft FCB-Oberlin die Kiste nicht mehr!

FCB-Rakete Dimitri Oberlin (21) wartet seit Anfang Mai auf einen Liga-Treffer. BLICK nennt die Gründe.

Nein, öffentlich sprechen möchte Dimitri Oberlin nicht, Interview-Wünsche werden freundlich abgelehnt.

Was soll er auch sagen? Dass es ihm nicht läuft zurzeit? Dass er unter Marcel Koller kaum mehr spielt? Dass nichts mehr an jenen Oberlin erinnert, der den FCB vor einem Jahr mit vier Treffern in den Achtelfinal der Champions League schoss? Dass er seit 184 Tagen auf ein Liga-Tor wartet? Anfang Mai wars, als er beim 5:1-Sieg gegen YB kurz nach seiner Einwechslung traf. 184 Tage ohne echtes Erfolgserlebnis. Eine Ewigkeit für einen Stürmer.

BLICK nennt die Gründe für die Torflaute:

Das System

Unter Raphael Wicky brilliert Oberlin vor allem dann, wenn das schnelle Umschaltspiel forciert wird. Dann, wenn er seinen Gegenspielern um die Ohren rennt. Kontersituationen. Sein Raketen-Tor gegen Benfica ist typisch: ein Sprint über den ganzen Platz, zack, Tor. Marcel Koller hingegen setzt auf ballbesitzorientierten Fussball, der Oberlin nicht unbedingt entgegenkommt.

Die Flirts

Wer in einer Champions-League-Gruppenphase vier Treffer erzielt, weckt Begehrlichkeiten. Oberlin wird im Winter mit einem halben Dutzend Klubs in Verbindung gebracht, auch im Sommer brodelt sein Name bis kurz vor Transferschluss in der Gerüchteküche.

Klar, geht das nicht spurlos an einem 21-Jährigen vorbei. Auch der Flirt mit Kamerun, dem Land seiner Eltern, hat den sensiblen Stürmer beschäftigt.

Das Selbstvertrauen

Wer nicht spielt, grübelt. Wer nicht mehr trifft, hadert. Wer in die Promotion League nach Bavois muss, statt im Kader der ersten Mannschaft zu stehen, zweifelt an sich selbst. Neun Mal wurde Oberlin in dieser Saison eingewechselt, überzeugen konnte er nie wirklich.

Ob am Samstag gegen Thun (19 Uhr) der Knoten platzt? Immerhin sind die Berner Oberlins Lieblingsgegner. Vier Spiele, vier Siege, zwei Tore und zwei Assists.