Bremen will zurück – VfB in Nürnberg gefordert

10.11.2018, 10:26





Das spannende Niedersachsen-Duell zwischen Hannover und Wolfsburg (2:1) am Freitag eröffnete den 11. Spieltag, an dem im Topspiel der Klassiker zwischen Dortmund und Bayern ansteht. Am Nachmittag sucht Bremen gegen den Zweiten aus Gladbach den Weg zurück in die Spur. Punkten derweil die beiden Kellerkinder? Düsseldorf muss gegen Berlin ran, Stuttgart gastiert in Nürnberg. Am Sonntag plant Leipzig, gegen Leverkusen seine Serie auszubauen. Frankfurt trifft auf Schalke.

Gladbach im Weserstadion – Augsburg reist in den Kraichgau

Kruse und Kohfeldt

Zunächst auf der Erfolgswelle gesurft war Bremen, das einen starken Saisonstart hinlegte. Zwei Liga-Pleiten später ist Ernüchterung eingekehrt an der Weser. In Gladbach kommt am Samstag (15.30 Uhr) nicht nur der Tabellenzweite, sondern nicht gerade ein Lieblingsgegner, gegen den in den letzten fünf Duellen nur ein Punkt heraussprang. Maxi Eggestein fordert: “Wir müssen uns jetzt schnellstmöglich wieder dorthin begeben, wo wir in den ersten acht Spielen waren.” Wie das geht, weiß Coach Florian Kohfeldt: “Wir müssen an unser Limit gehen.”

Die Borussia “reparierte” die Pokal-Schmach gegen Leverkusen (0:5) mit einem 3:0 gegen derzeit freilich schwache Düsseldorfer. Kapitän Stindl steht nach Verschnaufpause vor seiner Rückkehr, Elvedi (Bänderzerrung) droht auszufallen. Tore scheinen garantiert: Gladbach traf in jedem der letzten 16 Spiele, Werder in jedem der letzten elf.

Wie verkraftet Hoffenheim die Champions-League-Strapazen nach dem nervenaufreibenden Gastspiel bei Olympique Lyon (2:2)? In der Liga will die TSG ihre Erfolgsserie (zuletzt drei Dreier in Folge) fortsetzen, mit Augsburg (ohne den am Sprunggelenk verletzten Hahn) wartet ein unangenehmer, in der Fremde unberechenbarer Gast (2/1/2) auf die Kraichgauer.

Schwarz ekelt sich: Mainz gastiert in Freiburg

Das 1:2 im Pokal bei Holstein Kiel passt nicht ins jüngste Bild des SC Freiburg, der in der Liga seit vier Partien ungeschlagen ist (1/3/0) und jüngst gar den FC Bayern ärgerte (1:1) – trotz fortwährender Personalsorgen punktete der SCF konstant. Konstanz wünscht sich beim Gast aus Mainz auch Coach Sandro Schwarz nach dem 2:1 gegen Bremen, dem einzigen Sieg bei zwei Remis in den letzten sieben Ligaspielen. Im Breisgau warte eine “eklige Aufgabe”, schließlich zählt Freiburg neben seinem Team zu den laufstärksten der Liga.

Im Keller: Düsseldorf vs. Hertha – FCN empfängt VfB

0:3, 0:3, 1:7, 0:2, 0:3 und 1:2 – so die letzten sechs Ergebnisse aus Sicht von Düsseldorf, das Hertha BSC empfängt. Stößt das Co-Schlusslicht (fünf Punkte wie Stuttgart bei 6:24 Toren) den Bock gegen die auswärts schwer schlagbaren Berliner (1/3/1) um? In Defensivstratege Sobottka muss ein Hoffnungsträger sein Comeback verschieben, der für Stabilität hätte sorgen können. Aber: Gegen die Hauptstädter verlor Düsseldorf keines der letzten fünf Duelle.

Zur gleichen Zeit kämpft der VfB in Nürnberg ebenfalls gegen eine Negativserie an: Vier Niederlagen in Folge, davon drei bei 0:11 Toren unter Markus Weinzierl, haben Stuttgart ans Tabellenende abstürzen lassen. Ein Grund: “Wir sind körperlich sicherlich nicht in einer Top-Verfassung. Wir haben nahezu in allen Spielen läuferisch nicht gerade Bestwerte erzielt”, wie Sportvorstand Michael Reschke eingestand. Reicht es trotz dieses Defizits und akuter Auswärtsschwäche (nur ein Punkt) trotzdem, um beim Club zu bestehen? Der FCN (Platz 15/10 Punkte) weiß um die große Chance, einen Abstiegskonkurrenten zu distanzieren. “Wir brauchen ein starkes Spiel”, fordert Coach Michael Köllner.

18.30 Uhr: Der Klassiker in Dortmund ruft

Lewandowski vs. Akanji

Am Samstagabend steht das Topspiel zwischen Dortmund und dem FC Bayern auf dem Programm. Der BVB kassierte in der Königsklasse beim 0:2 bei Atletico seine erste Pflichtspielniederlage und bot dabei nach längerer Zeit mal wieder eine schwache Vorstellung. Wobei: Glanz versprüht der Gast aus München in dieser Spielzeit bisher nur selten, auch wenn beim glanzlosen Arbeitssieg 2:0 gegen Athen in der Champions League am Mittwoch immerhin das Ergebnis stimmte. Mit einem Dreier würde die Borussia den alten Rivalen sieben Punkte abhängen – und, Achtung, gutes Omen für Dortmund? Vor den letzten zwölf Duellen stand jeweils der FCB an der Spitze, Dortmund war Verfolger. Dass der BVB vor diesem Vergleich vor den Münchnern rangierte, gab’s zuletzt vor dem 30. Spieltag der Saison 2011/12 – im letzten Meisterjahr der Borussia, ehe stets die Bayern triumphierten.

Sonntag: Europa- und Champions-League-Teilnehmer unter sich

Brandt (#10)

Am Sonntag um 15.30 Uhr empfängt Leipzig, (Donnerstag, 21 Uhr in der Europa League bei Celtic Glasgow) Besuch aus Leverkusen (im selben Wettbewerb zur gleichen Zeit gegen den FC Zürich am Ball). Neun Ligaspiele hält die Serie ungeschlagener Spiele bei RB an (5/4/0) und hat die Sachsen auf Platz vier gespült. Auf Seiten von Bayer lassen die Schützlinge von Heiko Herrlich derlei Beständigkeit vermissen, hinken hinter den eigenen Ansprüchen mit mageren elf Zählern hinterher und ließen zuletzt einem Pokalcoup (5:0 in Gladbach) ein 1:4 gegen Hoffenheim folgen. Dieses Ergebnis kommt der Werkself sicherlich bekannt vor: Mit 4:1 entschieden die Rheinländer den letzten Vergleich in Leipzig zu ihren Gunsten. Wie wird’s diesmal?

Fehlt noch das Abendspiel (18 Uhr) zwischen Frankfurt und Schalke. Die Eintracht hat die Europa-League-Aufgabe bei Apollon Limassol am Donnerstag vor der Brust, S04 siegte in der Königsklasse gegen Galatasaray Istanbul mit 2:0. Tabellarisch gelten ähnliche Voraussetzungen wie bei der Partie zuvor, die SGE ist Fünfter (17 Punkte), die Königsblauen sind 14. (10 Punkte). Die Elf von Domenico Tedesco hat sich zuletzt stabilisiert, der Optimismus ist nach fünf Startniederlagen zurück beim Coach: “Die Phase ist so langsam abgehakt.” Doch Vorsicht vor Frankfurt, das gegen Schalke seit sieben Heimspielen ungeschlagen (3 Siege, 4 Remis) ist.

Maina und Bebou erlösen Hannover

Linton Maina

Am Freitagabend erwartete das schwache Hannover (nur sechs Punkte aus zehn Spielen) wie schon jüngst im Pokal Besuch aus Wolfsburg – und musste sich gegenüber dem 0:2 deutlich steigern. Trainer André Breitenreiter versuchte das mit etlichen personellen Wechseln. Einer davon erwies sich als Glücksgriff: Der erst 19-jährige U-Nationalspieler Maina durfte erstmals seit dem 5. Spieltag wieder ran – und brachte 96 sehenswert mit einem Volley in Front (31.). Die Labbadia-Elf indes, mit guten Derby-Erinnerungen angereist (drei Siege, drei Remis aus den letzten sechs Vergleichen), wehrte sich nach Kräften gegen die drohende Niederlage – ließ allerdings besonders nach Wiederbeginn viele Großchancen liegen. Das sollte sich rächen: William foulte Bakalorz klar, den fälligen Elfmeter verwandelte Bebou zum 2:0 für Hannover (63.). Die Wölfe versuchten noch einmal alles, doch gegen einen tiefstehenden Gastgeber war bis auf das Elfmeter-Anschlusstor von Weghorst (82.) nichts mehr zu holen. Somit fuhr Hannover den zweiten Saisonsieg ein.

jch/mag

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